Deutsche Alleen – ein Genuss für Autowanderer und Fahrradfahrer
Über 23.000 Kilometer Alleen gibt es in Deutschland. Baum für Baum und Kilometer für Kilometer eine Einladung für Autowanderer und Fahrradfahrer unsere gute alte Heimat ganz neu zu entdecken.
Deutsche Alleen sind einmalig als Kulturlandschaft, Lebensraum, Luftfilter – und als Reiseziel für Autowanderer. Schon der Schriftsteller Theodor Fontane beschrieb in seinem Werk „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ das Wohlgefühl, durch schattige Alleen zu wandeln. Kein Wunder, denn deutsche Alleen sind eine Wohltat fürs Auge, ein wertvoller Lebensraum für zahllose Tiere und ein schöner Anblick. Alleen ziehen sich wie grüne Adern durch die Kulturlandschaft Deutschlands. Etwa 12 Prozent oder 23.200 Kilometer mit Alleen oder einseitigem Baumbestand. 18.000 Kilometer davon befinden sich in den neuen Bundesländern – also der ehemaligen DDR. Darunter sind Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern die Spitzenreiter.
Verbindendes Element der deutschen Allen ist die Deutsche Allenstraße. Sie bietet einen Mehrwert für Landschaft und Tourismus. Sie verbindet Alleenschutz und touristische Entwicklung auf eindrucksvolle Weise. Abseits der Hauptverkehrsströme führt sie auf mehr als 2.900 Kilometern quer durch Deutschland – von Rügen bis zum Bodensee. Ein grünes Band zwischen den alten und den neuen Bundesländern. Gerade im Osten Deutschlands führt die Reise durch urwüchsige Landschaften, in denen man die Schönheit der Natur besonders eindrucksvoll erleben kann. Die Deutsche Allenstraße verknüpft touristisch sehenswerte Kulturdenkmäler und ist selbst ein absolut lohnenswertes Reiseziel.
Wertvolle Vielfalt am Wegesrand
Alleen sind von Menschenhand geschaffen. Und doch bieten sie heute eine wertvolle Vielfalt, die es zu erhalten gilt. Das liegt daran, dass die Alleen, wie wir sie jetzt kennen, im Laufe vieler Jahrhunderte entstanden sind. Je nach Zeitalter wurden bestimmte Bäume angepflanzt. In einzelnen alten Alleen konnten mehr als 70 Baum-, sowie 140 Insekten- und Vogelarten nachgewiesen werden, wie beispielsweise Blutbuche, Rotbuche, Hainbuche, Flatterulme, Maulbeere, Robinie, Schwarzpappel, Silberpappel, Speierling, Kiefer, Lärche, Schwarznuss und Walnuss. Die Alleebäume produzieren Sauerstoff und binden Staub. Neu- und Nachpflanzungen stehen auch unter der Prämisse der langjährigen Haltbarkeit, wenn beispielsweise Bäume gepflanzt werden, die sich auch auf lange Sicht am Pflanzort wohlfühlen werden. Warum also in die Ferne schweifen: Einfach ins Auto gesetzt oder auf den Fahrradsattel geschwungen – und die gute alte Heimat ganz neu entdecken.

