Nimmt die Aufmerksamkeit im Verkehr ab?

Wer täglich per Auto, Fahrrad, Laufrad oder zu Fuß im Verkehr unterwegs ist, der muss sich fragen: Nimmt die Aufmerksamkeit auf der Straße eigentlich ab? Es wirkt so, als werden immer mehr Menschen sorgloser und unaufmerksamer. Das kann natürlich extrem gefährlich werden.

Gestern häuften sich auf meiner Rückfahrt die Unachtsamkeiten durch andere Verkehrsteilnehmer. Ich fuhr Fahrrad. Es war dunkel. Ich hatte natürlich mein Licht an. Mehrmals kam ich ins Gehege mit Fußgängern, Radlern und Autofahrern, die sich herzlich wenig darum kümmerten, ob sie mich oder andere Verkehrsteilnehmer behinderten oder nicht. Ein Beispiel war der Fahrradfahrer, der den Fahrradweg lichtlos auf der falschen Seite benutzte – und das auch noch in Höchstgeschwindigkeit. Angesichts von Weihnachtsbäumen sowie geparkten Fahrrädern und Autos, die den Fahrradweg sowieso schon an vielen Stellen verengen, eine zusätzliche Gefahrenquelle. Besonders dann, wenn der Fahrradfahrer mit Tempo unterwegs ist.
Wenig später liefen zwei Frauen ohne zu gucken einfach so über den Fahrradweg. Sie hatten ihr Auto auf der belebten Straße in der zweiten Spur geparkt – und strebten nun schnell zu irgendeiner Adresse. Sie kamen noch nicht einmal auf den Gedanken, dass vielleicht ein Fahrradfahrer ihren Weg kreuzen könnte. So zwangen sie zwei Fahrradfahrer zu bremsen. Selbst das bekamen sie dann nicht mit.
Ungefähr 100 Meter weiter stellte sich ein Mann an der roten Fußgängerampel einfach so auf den Fahrradweg. Von der Außenwelt war er ein bisschen abgeschnitten, weil er Kopfhörer eines Musikabspielgeräts auf den Ohren trug. Auch hier: Null Hinweis darauf, dass er jemals auf die Idee kommen könnte, dass er vielleicht den Fahrradverkehr behindert.
Danach fuhr ein Autofahrer einfach so an einer Einmündung nach vorne, um seine Einfahrt in die große Straße vorzubereiten. Auch hier wurden zwei Fahrradfahrer an der Weiterfahrt gehindert. Als der eine Fahrradfahrer sich beschwerte, bekam er noch eine Standpauke aus dem geöffneten Fenster zu hören.
Das alles passierte auf einer einzigen Fahrradfahrt durch die nächtliche Stadt. Man gefährdet sich gegenseitig – ohne auch nur eine Sekunde an die Gefahren zu denken. Besonders eindrucksvoll sind dabei die Menschen, die die Gefahren heranbrausender Fahrradfahrer überhaupt nicht einschätzen können. Das kann böse Folgen haben.

Comments

  1. Netti says:

    Hallo,
    das bildest du dir nicht ein, das stelle ich auch vermehrt fest. Leute, die wie besoffen oder bekifft, am Straßenverkehr teilnehmen, ohne sich um das Geschehen um sich herum zu kümmern.

    Ich bin Autofahrerin und versuche, sehr aufmerksam zu fahren.
    Wie oft ist es mir aber schon passiert, daß ich von anderen Autofahrern angehupt oder wild überholt wurde, wenn ich es wagte, einfach nur Straßenverkehrsregeln einzuhalten.

    Abgesehen von den bereits erwähnten Verhaltensweisen, beobachte ich regelmäßig noch folgende beliebte Aktionen:
    - extrem schnelles Fahren junger Fahrer (fast ausschließlich Männer!)
    - in Tempolimit-Bereichen mit Karacho zu überholen
    - keine Blinkzeichen beim Abbiegen zu geben
    - im Kreisverkehr nicht mit Blinkzeichen anzuzeigen, in welche Richtung man fährt
    - Überholen an unübersichtlichen Stellen oder bei klar erkennbar entgegenkommendem Verkehr
    - klares Mißachten von Verkehrsschildern

    Die vielen, oft schweren Unfälle der letzten Zeit sprechen eine klare Sprache von den Zuständen auf den Straßen.

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