“Die Zeit” beschäftigt sich mit Carsharing

Die große deutsche Wochenzeitung “Die Zeit” beschäftigte sich in ihrer Freitagsausgabe mit dem Thema Carsharing als Beispiel für einen neuen Trend. Unter der Überschrift “Meins ist deins” wird die These aufgestellt, dass für immer mehr Menschen nicht mehr das Privateigentum interessant ist, sondern die Nutzung.

In dem Zeit-Artikel wird über Kleidertauschpartys in Berlin, Mietgärten in Bonn und Carsharing in Hamburg berichtet. Da wird erzählt, wie ein Autobesitzer einem anderen Autofahrer sein Auto leiht. Der Kontakt kam über die Carsharing-Plattform Tamyca (“Take my Car”) zustande.
Verliehen wird ein Nissan Micra. Pro Tag fallen 16,50 EUR fürs Leihen und 7,50 EUR für eine Vollkaskoversicherung an. Im Beispiel treffen sich Verleiher und Leiher – der Leiher bekommt den Schlüssel, nutzt das Fahrzeug und wirft den Autoschlüssel abends in den Briefkasten des Verleihers. Dann bezahlt der Leiher – und man bewertet sich gegenseitig auf der Tamyca-Seite.

In Deutschland gibt es derzeit 200.000 Menschen, die Carsharing nutzen. Zur Verfügung stehen dabei derzeit 5.000 Fahrzeuge. Das klingt nicht so, als wäre das Angebot besonders groß. Aber interessant ist der Blick auf die Wachstumsraten des Carsharing: Im Vergleich zum Vorjahr ist diese Branche um 20% gewachsen.

Für die “Zeit” ist das eben ein weiterer Beweis für das Schwinden der innigen Beziehung der Deutschen zum Auto. Daneben gibt es aber auch Kostengründe: Anschaffungskosten, Kraftstoffpreise, Steuern, Versicherung, Parkplatzsuche und tägliche Staus kosten Zeit, Geld und Nerven. Da verzichten eben viele aufs eigene Auto.
In der “Zeit” ist allerdings auch ein Interview mit Robert Henrich, dem Chef von car2go (Daimler) zu lesen. Er glaubt, dass man mit Projekten wie car2go gerade junge Menschen anspricht. Wenn diese dann Familien gründen und ins Häuschen im Grünen umziehen, sollen sie sich ein Auto aus seinem Hause kaufen.

Comments

  1. Dieter Netter says:

    Ob die Rechnung der Autohersteller aufgeht, darf bezweifelt werden. Wenn am Häuschen im Grünen CarSharing-Fahrzeuge verfügbar sind wird die junge Familien wohl eher beim Autoteilen bleiben. Mit dem eigenen Auto kann man nicht mal eben preisgünstig mit dem kleinen Auto den Sonntagsausflug machen oder die Kids zum Sport bringen und bei Bedarf mit dem großen Kombi oder Van in Urlaub fahren.

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