Die Werbe-Profis kennen das Prinzip „A-I-D-A“ schon seit Jahrzehnten: Wer etwas verkaufen will, der braucht „attention“ also Aufmerksamkeit, bedarf des „interests“ als Neugier, benötigt dringend den „desire“, als Wunsch fürs „Habenwollen“ und schließlich bedarf es der “action“, indem der Kunde handelt und kauft. Für die Werbung kommt es nun darauf an, ob sie nur wirkt oder ob sie auch Erfolg garantiert.
Fiat scheint in die Falle getappt zu sein, denn eine eigentlich harmlose TV-Werbung über den Abarth 500 setzte zwar Akzente, doch war wohl den Amerikanern das Filmchen zu sexistisch. Was die Italiener zur Los Angeles Auto Show als Clip haben drehen lassen, war wohl gut gemeint und auch gut gemacht, doch eben den Sende-Gewaltigen bei den TV-Medien „too much“.
(http://www.youtube.com/watch?v=siWVgAzhFC8)
Ein schüchterner Mann, eine rassige Schönheit, ein kleiner Flitzer und eine Portion Erotik – das reichte, um ein prüdes Amerika aufzuregen. Grund: Ein eher unscheinbarer Typ latscht wie gedankenverloren auf der Straße und bemerkt plötzlich eine aufreizende Frau im schwarz-roten Kleid. Seine Sinne regen sich, er fantasiert in die gradlinige, weil maskuline Richtung…
Beide kommen sich näher, ihm fällt ihr Dekolleté auf, wobei sie sich gegen seine Blicke verwahrt. Als ihr auch noch ein wenig Crema aus seinem „Kaffee to go“ in den Ausschnitt tropft, glaubt er wohl, die Dame wolle ihn küssen. Doch statt einer bella ragazza wird er „wach“ und steht vor einer „bella macchina“ – ein schwarz-roter Abarth 500. Was bleibt ihm als einzusteigen und mit schwungvollem Drift um die nächste Ecke abzuzischen…
Den Chefs einiger US-Sender ging jedoch „die mediale Muffe“, befürchteten sie doch, dass der Spot Proteste religiöser Gruppen auslösen könnte. Möglichen Boykottaufrufen und einem Imageschaden für Fiat und die US-Tochter Chrysler kam man zuvor und setzte den Streifen ab.
Das Top-Model, die rumänische Catrinel Menghia, war zwar nur die Metapher für den Abarth 500 und die Fantasien seines Besitzers, was auch ihr Skorpion-Tattoo im Nacken markierte – doch gewagt ist gewagt. Und das war es denn wohl auch. Und das auch in Australien. Dort allerdings wird der Kavalierstart moniert – schließlich soll man „down under“ verkehrssicher unterwegs sein.
Ja, es stellt sich immer die Frage,
was ist zu viel und was passt gerade noch!?
Aber meines Erachtens liegt das immer im Auge
des Betrachters, was für den einen schon zu viel ist,
ist für den anderen noch nicht mal annähernd “too much”
Viele Grüße
Thomas