Endlich günstiger: Autos für deutsche Kunden

Die kaufmännischen „Jungspunde“ der gerade eben vor der IHK und der HWK geprüften Automobil-Kaufleute wissen es längst: Nach Hochzeit und Hausbau ist die Anschaffung eines Neuwagens eine der besonderen Entscheidungen im Leben. Auch, wenn letzteres öfters wiederholt wird.

Jetzt (Juli 2011) wird bekannt, dass Neuwagen in Deutschland und der EU in 2010/2011 deutlich billiger geworden sein sollen. Wegen des scharfen Wettbewerbs und wegen der Rabatte waren die Preise real 2,5 Prozent geringer als ein Jahr zuvor, wie der Bericht der EU-Kommission zu Autopreisen publik macht. Für deutsche Kunden betrug der Preisrückgang 1,9 Prozent, womit sich der jahrelange Trend fortsetzt: Seit mehr als zehn Jahren sinken die Preise!
Viele Modelle verschiedener Hersteller sind jedoch in Deutschland am teuersten. Das nun liegt an den hohen Lohn- und Vertriebskosten sowie am Markenbewusstsein der Käufer. Damit liegen die offiziellen Preise in Deutschland 7,7 Prozent über dem EU-Schnitt, gefolgt von Luxemburg mit sieben Prozent. Für diese Fakten untersuchten die Experten die Listenpreise der 89 gängigsten Modelle von 26 Herstellern.

Nehmen auch die Preisunterschiede zwischen den EU-Staaten langsam ab, können Verbraucher bei einzelnen Modellen immer sparen, wenn sie ihren Neuen in einem anderen EU-Land kaufen und sie damit den Wagen reimportieren. So zahlt der Käufer den Netto-Preis ohne Umsatzsteuer, die er dann in Deutschland für den Import an das Finanzamt nachversteuern muss. Da die „Mehrwertsteuer“ und die Kosten für die Anmeldung bei der Behörde bekannt sind, kann man sich den Gewinn selbst ausrechnen, betont man beim EU-Wettbewerbskommissariat.

Wer reimportiert, spart!

Kostet ein Fiat Punto im teuersten EU-Land netto 44 Prozent mehr als im günstigsten, sind dies beim Audi A4 noch 14 Prozent und bei der Mercedes C-Klasse 17,3 Prozent. Und auch für Reparaturen und Ersatzteile zahlten Verbraucher 2010 erstmals seit zehn Jahren weniger als im Vorjahr. Ein Zeichen dafür, dass die Branche die neuen „Marktregeln“ verstanden hat. Da die EU-Behörde die Wettbewerbsregeln in 2010 für den Autohandel und die Werkstätten gelockert hat, kam es auch zu mehr Konkurrenz.

Berechnet wurde der Preisrückgang bei Neuwagen durch den Anstieg um 0,3 Prozent in den 27 EU-Ländern bei einer Inflation von 2,8 Prozent, was real zu einem Minus von 2,5 Prozent führte.

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