Während so mancher Kraftfahrer selbst beim Tanken Payback-Punkte sammelt, will er mit „Punkten in Flensburg“ eher nichts zu tun haben. Und dennoch ist die Zahl der Verkehrssünder in 2010 erneut angestiegen. Mit 31.000 Neuen ist die Zahl der Belasteten auf neun Millionen gestiegen.
Im Jahresbericht der KBA macht dies dann ein Mehr von 3 auf bisher 1.000 unerwünschten Punkten aus: alle 20 Minuten kam ein Punkt dazu. Klar, dass die Männer vorne mit dabei sind: Ihre Quote liegt bei 78, die der Frauen bei 22 Prozent. Größtes Problem für beide: die Tempolimits, gefolgt von Alkohol am Steuer bei den Männern und verletzter Vorfahrt bei den Frauen. Insgesamt sind es 47 Millionen Punkte, die beim KBA registriert sind.
Ab 2013 soll zusätzlich jedes EU-Land online prüfen, ob gegen Führerscheininhaber EU-weit etwas vorliegt, was den “Führerschein-Tourismus” dämmen soll, wenn jemand den deutschen „Deckel“ verliert und er deshalb eine Fahrerlaubnis in einem anderen Land „neu“ machen will.
Untersucht wurde 2010 außerdem, ob Einheimischen oder Fahrern aus anderen Bundesländern die Vergehen anzuhängen sind. Dabei wiesen Bremen, Hessen, Thüringen und Brandenburg die meisten „Fremden“ unter den Verkehrssündern aus. Dies erkläre sich mit der Transitlage Hessens und Thüringens, der Bremer Insel-Lage mitten in Niedersachsen und den Berlinern, die ins Brandenburger Umland fahren. Doch auch in der Heimat des KBA, in Flensburg, sind nicht nur Engel auf den Straßen unterwegs. Auch in Schleswig-Holstein ist man „herrlich normal“ als Kraftfahrer. Mit einem ist man jedoch vorneweg: die Vorfahrt wird in Flensburg mehr als doppelt so häufig missachtet wie im Bundesdurchschnitt.
Das „Begleitete Fahren mit 17“ gilt nach Ansicht des KBA als Erfolg. Im ersten Jahr des selbstständigen Fahrens bauten Fahranfänger 19 Prozent weniger Unfälle als Gleichaltrige, die ihren Führerschein ohne Begleitung erworben hatten.


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