ADAC-Test markiert: Reifen auf Nässe schwach
Wie viele Kraftfahrer sind mit falschen Reifendruck unterwegs, kennen weder ihre Reifengröße, die sie grad fahren, und machen sich auch sonst wenig Gedanken um die Radbereifung an ihrem Pkw. Geht es aber um „neue Schlappen“, dann will man meist das Günstige und das Beste.
Jetzt aber haben ADAC und Stiftung Warentest wieder mal große Leistungsunterschiede bei Reifen festgestellt, weil diese auf Nässe schwächeln. Im Gesamtergebnis gibt es demnach zwölf „gute“ und elf „befriedigende“ Modelle, woraus man ja was finden müsste…
Warum es aber gleich sieben Produkten nicht reichte auch auf nasser Fahrbahn zu überzeugen, liegt am Material, der Verarbeitung, dem Profilschnitt… Da sind es dann auch 22 Meter mehr Bremsweg zwischen dem 175er-Reifen Conti Premium-Contact 2 (58,3 Meter) und dem italienischen Dayton (80,4 Meter).
In den beiden Größenklassen, der Dimension 195/65 R 15 V ( verwendet in der Mittelklasse wie am Skoda Octavia) und dem Format 175/65 R 14 T (Kleinwagenklasse) wurde auf trockener und nasser Fahrbahn getestet und auch das Geräuschverhalten, der Kraftstoffverbrauch und der Verschleiß wurden untersucht. Als es dann auch noch um den Schnelllauftest ging, fielen zwei Reifen durch: Zum einen der Point S beim verschärften ADAC-Test und der Chengshan beim einfacheren DIN-Test.
Vredestein überzeugt
Müsste man Herstellernamen für den möglichen Testsieger in der 195er-Klasse nennen, fiele einem Vrdestein wohl nicht so schnell ein. Denn nicht ein Großer sondern der holländische Vredestein hat mit dem Sportrac 3 überzeugt: mit sehr ausgewogenem Fahrverhalten und Bestnote auf Nässe. Nokian, Maloya und Semperit konnten sich als Nischen- und Budgetmarken das Prädikat „gut“ sichern. Die ‘Prominenz’, mit dem Michelin Energy Saver, dem neuen Pirelli Cinturato P1 oder dem Goodyear Efficient Grip blieb nur „befriedigend“. Sind auch alle diese Reifen dezidiert rollwiderstandsarm, wurden wohl auch deshalb alle wegen Schwächen auf Nässe abgewertet.
Fielen Reifen auf wegen Aquaplaning oder langen Bremswegen, wurden diese eine Note schlechter gewertet als ihr eigentlichen Leistungsdurchschnitt. Das nicht einmal das Prädikat „sehr gut“ vergeben werden konnte, lag daran, das eben auch keiner der Reifen in allen Testfeldern – Trocken- und Nass-Performance, Geräusch, Kraftstoffverbrauch und Verschleiß – die Bestnote erhalten konnte. Dem steht wohl die „Zielantinomie“ bei der Reifenentwicklung entgegen, was bedeutet, das man nicht nach allen Fliegen schlagen kann.
Es gibt auch “Ausfaller”
An der unteren Skala dann auch weitere „Auffaller“: Neben der Goodyear-Budgetmarke Sava die beiden „Billig“-Produkte Point S Summerstar 2 und Chengshan CSR 66; der Chengshan mit extrem schlechten Nässewerten mit geringstem Verschleiß; der Sava- und der Point-S mit schwacher Seitenführung bei Nässe.
Da konnte sich Continental schon eher freuen – über die Testergebnisse in der Kleinwagen-Dimension. Es siegte der Premium-Contact 2 vor dem Uniroyal Rain Expert; der Semperit Comfort-Life 2 kam auf Note „gut“.
Deutlich vor vielen Markenprodukten machte Apollo Amazer 3G Maxx staunen: Mit einem „befriedigend“ sicherte er sich die Aufmerksamkeit, was die indischen Herstellerfirma als Konzernmutter von Vredestein nach einem ersten Jahr mit eigenem Vertrieb auf dem deutschen Markt erfreuen dürfte.
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