Finanztest-Sieger im Porträt: Die WGV

Finanztest hat ja 152 Angebote von 74 Versicherungsunternehmen mit Fallbeispielen getestet. In der Kategorie “Fahranfänger” belegte die WGV mit zwei Angeboten Platz eins und zwei. Im Vergleich zum teuersten Anbieter kann man mit einer WGV-Versicherung über 3.000 Euro im Jahr sparen. Aber was ist mit dem Service?

Die Württembergische Gemeinde-Versicherung a.G.. (WGV) hat beim aktuellen Finanztest-Test mit seinen Angeboten WGV (Basis) und WGV (Optimal) die ersten beiden Plätze in der Kategorie “Fahranfänger” belegt. Ein Fahranfänger muss bei dieser Versicherung nur 1.377 bzw. 1.384 Euro jährlich auf den Tisch legen, um versichert zu sein. Die WGV ist also sehr günstig. Aber wie sieht es mit dem Service und das Verhalten im Schadensfall aus?

Die WGV sagt auf ihrer Internetseite, dass Preis und Leistung stimmen – das würden aktuelle Tests belegen. Gezeigt werden die Logos von Stiftung Warentest (Finanztest) und AutoBild. Der Slogan des Unternehmens heißt ja auch: wgv Versicherungen. Überzeugend gut, gnadenlos günstig. Das Thema “gnadenlos günstig” wird in der aktuellen Wechslerkampagne im Internet verwendet. Dabei werden Menschen mit Tierköpfen gezeigt, die eben zur WGV wechseln, weil sie gnadenlos günstig ist. Aber ist die WGV wirklich überzeugend gut?

Es ist schwierig, den Service und das Verhalten einer Autoversicherung im Schadensfall zu beurteilen. Es gibt Fälle, in denen sich eine Versicherung gut verhält: Sie hilft, bezahlt – und kündigt dem Kunden nicht. Es gibt aber auch Fälle, in denen sich eine Versicherung nicht gut verhält: Sie hilft nicht, bezahlt nicht – und kündigt dem Kunden auch noch. Gibt es hierfür aber eine Kennziffer, die das Verhalten einer Versicherung beurteilt? Auf jeden Fall kann man sich dazu im Internet umhören.

Im Fall der WGV stößt man recht schnell auf haarsträubende Berichte von unzufriedenen Ex-Kunden, z.B. bei der Online-Kaufberatung dooyoo. Ehrenhalber muss man sagen, dass dort auch andere Versicherungsunternehmen ihr Fett weg bekommen. Aber auch über die WGV sprechen dort Betroffene (leider oft anonym) davon, dass sie im Schadensfall schlecht behandelt wurden – und dass ihnen zum Teil direkt gekündigt wurde, z.B. mit der Begründung, dass die Beiträge die Schadenssumme nicht abdecken würden.

Das alles klingt nicht so gut – ist aber sehr schwer zu beurteilen. Da ja grundsätzlich jeder alles überall posten kann, kann es sich auch immer um konstruierte Meldungen der Konkurrenz handeln. Die Frage ist: Wie kann man Service und Verhalten im Schadensfall vorher ermitteln?

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