Nun kommt nicht jede Studie zu einem eigentlich überraschenden Ergebnis. Auch nicht damit, dass Neuwagenkäufer immer älter werden. Viel eher wäre interessant zu wissen, zu welchem sozialen Stand diejenigen gehörten, die sich in welchem Alter auch immer einen Neuwagen statt eines Gebrauchten zulegen (können).
Damit schlägt sich auch die plakative Feststellung “Grau aber fit” selbst ein Schnippchen. Erstens muss man im Durchschnittsalter von knapp 51 Jahren ganz sicher nicht grau sein – Frauen schon gar nicht – und dass Neuwagenkäufer in Deutschland nach der jüngsten CAR-Studie immer älter werden ( im Durchschnitt 50,8 Jahre) verwundert nun mal gar nicht. Wer sonst als jüngere Käufer und, Konsumenten oder Verbraucher soll die vielen Gebrauchten fahren wenn nicht die jüngere Generation, die Führerschein-Neulinge oder eben die Fahranfänger. Dass dann die “angegrautesten Kunden” – ja was sind denn das für welche – sich ‘nen Jaguar oder einen Daimler (=Mercedes) anschaffen, ist mit einem Durchschnittsalter von über 56 Jahren dann auch eher nicht überraschend. Ohne Studie weiß man nämlich, dass die vermeintlich Alten eher schlechter Auto fahren und deswegen ein sicheres Auto schätzen. Am besten noch eines, mit dem man(n) dem ungeliebten Nachbarn die Zähne lang machen kann…
Fahrer mit Hut?
Die Automarken Jaguar und Mercedes reizen also die ältesten Käufer – Ergebnis einer Studie des Autoforschungszentrums der Universität Duisburg-Essen (CAR), die zunächst mal keinen so recht interessiert. Auch nicht, dass das durchschnittliche Alter des Jaguar-Neuwagen-Käufers im ersten Halbjahr 2010 bei 56,5 Jahre und das des Mercedes-Käufers bei 56,1 Jahren lag.
Viel eher ist interessant, dass die Jüngsten sich einen Mini kaufen, doch auch die sind dann mit im Schnitt 44,7 Jahren ganz sicher nicht mir als Twen zu bezeichnen. Und warum man sich mit 53,1 einen Opel kauft und mit 52 einen BMW und schließlich mit 50,7 erst einen neuen VW, das wird wohl vorerst Geheimnis der Käufer selbst bleiben, die noch nicht danach gefragt wurden. Da ist ein Ergebnis dann auch ohne soziologischen Hintergrund: Einen Ford aus den Typen eines ‘Volumenhersteller’ kauft man als der Palette jüngste Kunden mit durchschnittlich 47,8 Jahren.
Wie grauslich!
Also gilt: “Der deutsche Automarkt ist ein Spiegelbild unserer Gesellschaft – die Neuwagenkäufer werden angegrauter”, wie der Automobil-Papst und Experte Ferdinand Dudenhöffer zitiert wird. Dagegen stehen die deutschen Neuwagenkäufer unter 40 Jahren; ihr Anteil liegt noch bei einem von fünfen aller (=20,2 Prozent), wogegen es 2006 noch 23,3 Prozent waren. Und – saperlott – gestiegen ist der Anteil der über 70-jährigen Neuwagenkäufer: Elf von 100 sind damit wohl die “am stärksten angegrauten” – wie grauslich!

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