Autobahnprivatisierung gefährdet Autofahrer

Die Wochenzeitung “Die Zeit” berichtet in einem Dossier, wie die Privatisierung der A1 zu vielen Unfällen und Verkehrstoten führt. Jeden Tag gibt es vier Unfälle auf der Strecke. Die Zeitung sagt zudem, dass die Privatisierung unter strikter Geheimhaltung ausgehandelt wurde – und dass die Vereinbarungen auch heute nicht öffentlich zugänglich sind. Die Vorteile, die die Unternehmen und der Staat aus diesem Deal ziehen, werden wie Staatsgeheimnisse behandelt – und werden einfach nicht beziffert.

Die Autobahnen zwischen Hamburg und Bremen sind seit einiger Zeit an private Unternehmen verpachtet worden. 75 Kilometer Autobahn werden seit 2008 bis zum Jahre 2038 von einem Verbund dreier Unternehmen bewirtschaftet. Für ihr Engagement bekommen sie in dieser Zeit sämtliche Einnahmen aus der LKW-Maut. Es soll sich dabei um ein Riesengeschäft handeln: Auf der Strecke fahren täglich bis zu 17.000 LKW. Denn die Autobahn verbindet die beiden Seehäfen Hamburg und Bremen.

Die Pächter sollen auch reparieren. Und bis Ende 2012 soll die komplette Strecke neu und sechsspurig gebaut werden. Klingt alles tatsächlich sehr vernünftig, wenn man sich das Verkehrsaufkommen dort anschaut. Leider sieht es derzeit so aus, dass die Baumaßnahmen aus wirtschaftlichen Erwägungen so gestaltet sind, dass es zu einem erhöhten Unfallaufkommen kommt.

Wie im Artikel nachzulesen ist die Baustelle so gestaltet worden, wie sie nach den Erkenntnissen der Forschung niemals gestaltet werden sollte. Immerhin werden die 75 Kilometer in 13 Bauabschnitte mit einer Länge von sechs Kilometer aufgeteilt. Zwischen zwei Bauabschnitten gibt es immer sogenannte Entspannungsabschnitte. Die Gefahr ist nun, dass in den Bauabschnitten der Verkehr in beiden Fahrtrichtungen auf eine Fahrbahnhälfte geleitet wird. Das Problem: Die A1 ist ungewöhnlich schmal.

Jetzt kommt es vermehrt zu Auffahrunfällen und seitlichen Berührungen. Abgerissene Außenspiegel und schwerste Unfälle sind die Folge. Es gibt besonders viele LKW-Unfälle. Die Strecke wird in den Zeitungen schon als “Horror-Autobahn” bezeichnet. Und alles nur, weil die privaten Betreiber die Autobahnen möglichst schnell reparieren, um Kosten zu sparen. Die Autofahrer scheinen ihnen dabei egal zu sein.

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