Deutschlands zweitgrößter Energiehersteller RWE hat mitgeteilt, dass man sich im Bereich Elektromobilität auch im Ausland engagieren möchte. Wie das Handelsblatt berichtete, sagte der zuständige Geschäftsführer Alphéus, dass die Schlagzahl beim Ausbau der Infrastruktur höher sei.
Mit seiner Aussage bestärkt der RWE-Manager den Verdacht, dass Deutschland das Thema Elektromobilität eigentlich verschläft. Hier müssten dringend Infrastruktur-Entscheidungen getroffen werden, damit sich Strom- und Autoindustrie darauf einrichten können – und eben Lösungen dafür entwickeln.
Es ist natürlich klar, dass RWE das Thema vorantreibt, weil das Unternehmen ja gerne immer mehr Strom verkaufen möchte. Aber irgendwer muss eine elektromobile Infrastruktur ja auch mit Strom versorgen. Alle träumen zwar davon, dass dies aus regenerativen Energien erfolgen soll. Aber solange alle nur träumen, macht RWE eben Nägel mit Köpfen.
Laut Aussage von RWE gibt es im Ausland immer mehr Ausschreibungen zum Thema Elektromobilität. Auch wieder ein dezenter Hinweis auf die Situation im Inland. Als Beispiel wird London genannt: Die britische Hauptstadt möchte bis 2015 25.000 Ladesäulen kaufen. Das klingt nach echten Infrastrukturentscheidung für die Stadt.
Ausschreibungen weiterer englischer und niederländischer Städte sollen folgen. RWE möchte einen Gang höher schalten. Technik und Team sind bereit. Jetzt soll Umsatz gemacht werden. Mal sehen, wann sich in Deutschland irgendetwas tut, außer Pilotprojekte.
Hallo!
Ein guter Artikel! Man sollte aber trotzdem die deutschen Bemühungen nicht unterbewerten. Immerhin lautet das Ziel der Bundesregierung bis 2020 eine Million Elektroautos auf deutsche Starßen zu bringen.
Die Modellregionen Rhein-Rhur (Renault RWE), Berlin (Clean Energy Partnership; u.a. Toyota, Daimler) oder München (BMW/Mini) zeigen das auch hierzulande Politik und Wirtschaft das Thema nicht verschlafen.
Zu Bemängeln ist jedoch, das in Deutschland bisher keine staatliche Kaufanreize für E-Autos gesetzt werden. Der Elektrowagen Nissan LEAF wird beispielsweise in Deutschland ca. 5.000 € mehr kosten als in Irland wo der Staat den wechsel zum emissionsfreien Fahren massiv fördert.
Um die Bedeutung der E-Autos richtig einzuschätzen muss man sich immer wieder die extrem niedrige Umwelteinwirkung der Fahrzeuge bewusst machen. Ich versuche auf www.greenestcar.de http://www.greenestcar.de/ unter dem Punkt Bewertung niedrigen Verbrauch und Emissionen im Vergleich zu anderen Fahrzeugen gut nachvollziehbar darzustellen.
Feedback dazu gerne erwünscht!
Hallo,
besten Dank für den Kommentar. Die ganzen Modellversuche sind ja schön und gut – aber andere europäische Städte machen derzeit Nägel mit Köpfen. Oder China. Die pumpen jetzt schon Milliarden in dei Elektromoibilität. Das nervt, dass das Autoland Deutschland nicht in der Lage ist, Infrastrukturentscheidungen zu treffen, die Planbarkeit in die Sache reinbringen – für die Industrie und die Autofahrer. Dann würde es auch richtig vorangehen.
MfG
Thorsten Simon