Ich habe das Gefühl, dass auf deutschen Straßen immer mehr Hans-Guck-In-Die-Lufts unterwegs sind. Und ich wundere mich sehr darüber. Hier mein Bericht.
Ich fahre auf einer Straße entlang. Es handelt sich um eine Sackgasse – also ist der Verkehr dort relativ ruhig. Natürlich sieht es ansonsten doch so aus wie auf vielen Straßen: Die Straßenseiten sind komplett zugeparkt, Autos kommen auch schon mal aus Nebenstraßen oder unterirdischen Parkhäusern. Fahrradfahrer sind unterwegs – und Fußgänger auch. Doch da: Vor mir spaziert eine Frau auf der rechten Seite auf der Straße entlang. Sie hat Kopfhörer auf – und hat anscheinend eine gute Zeit.
Es stört sie auch nicht weiter, dass ich einen Bogen um sie herum fahren muss, wahrscheinlich hört sie mich ja auch nicht, weil sie ja Musik hört. Ich frage mich, was hier eigentlich los ist. Ist diese Frau lebensmüde – oder hat sie maximales Gottvertrauen? Eine zweite Beobachtung, die ich permanent mache: Fußgänger checken per Handy ihre E-Mails, SMS oder telefonieren – und laufen ohne zu gucken einfach über die Straße. Lebensmüde? Gottvertrauen?
Ebenfalls häufig zu beobachten: Menschen die im Auto oder auf dem Fahrrad telefonieren – und quasi nur noch eine Hand fürs Steuer oder Lenkrad frei haben. Von der Aufmerksamkeit mal ganz abgesehen. Diese Menschen haben im Notfall keine Chance. Sie könnten nicht oder schlecht reagieren, wenn z.B. ein telefonierender Fußgänger einfach auf die Straße läuft. Es ist absolute Fahrlässigkeit. Da wundert es im Übrigen nicht, dass schon über die Hälfte aller Fahrradfahrer-Unfälle vom Fahrradfahrer selbst verursacht werden.
Auch ich bin die meiste Zeit mit dem Fahrrad unterwegs – und habe nun endlich einen Fahrradhelm gekauft, weil es auch die Fahrradfahrer sind, die mich immer mehr in Lebensgefahr bringen, weil sie in Hochgeschwindigkeit über enge Fahrradwege preschen – auf denen natürlich auch in falscher Richtung fahrende Fahrradfahrer unterwegs sind. Auch noch so eine Gruppe von Hans-Guck-In-Die-Lufts.
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