Stuttgart: Fahrzeuge mit roter Umweltplakette müssen draußen bleiben

Das oftmals gerne als „Musterländle“ bezeichnete Baden-Württemberg ist nicht in jedem Bereich Vorbild. Besonders wenn es um die Schadstoffbelastung der Luft geht, hat man im Schwabenland nichts zu lachen. Die Überschreitung der EU-weit geltenden Grenzwerte ist nämlich enorm: In diesem Jahre wurde der EU-Grenzwert für Feinstaub in der Landeshauptstadt Stuttgart bereits 68 Mal überschritten – dabei sind maximal 35 Überschreitungen zulässig. Im vergangenen Jahr kam es an 111 Tagen zur Grenzwertüberschreitung. Zugleich ist Stuttgart Rekordhalter, wenn es um die Höchstbelastung an Feinstaub im Bundesgebiet geht.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken hat man beschlossen, die Umweltzone anzupassen. Ab morgen, dem 1. Juli, ist es nicht mehr gestattet, in Stuttgart mit roter Umweltplakette unterwegs zu sein. Fahrzeuge mit roter Plakette müssen fortan draußen bleiben – ansonsten droht den Fahrern ein Bußgeld.

Mit dieser Maßnahme hoffen die Schwaben, den Ausstoß an Feinstaub reduzieren und somit die Schadstoffwerte der Luft verbessern zu können. Wie das Umweltministerium ermittelt hat, ist jeder 50. Pkw von dieser Maßnahme betroffen. Bei den Lastwagen und Transportern trifft es sogar jedes 10. Fahrzeug.

Auch wenn sich etliche Fahrzeughalter über diese Regelung ärgern werden, geht Stuttgart mit den Verkehrsteilnehmern noch relativ vorsichtig um. Schließlich haben andere Großstädte schon deutlich härter durchgegriffen. Man denke nur an Berlin und Hannover, wo seit Beginn dieses Jahres nur noch Fahrzeuge mit grüner Plakette unterwegs sein dürfen. In Stuttgart möchte man nicht so rigoros durchgreifen: Erst ab dem Jahr 2012 soll die Straßennutzung nur noch mit grüner Plakette gestattet sein. Für die anderen Umweltzonen, die sich in Baden-Württemberg befinden, soll diese Regelung sogar erst ab 2013 gelten.

Speak Your Mind

*