In der Wochenzeitung “Die Zeit” hat sich der Autor Dietmar H. Lampartner mit dem Thema Autohersteller, Autokonjunktur und Nachhaltigkeit beschäftigt. Tenor: Dieser Aufschwung ist nicht nachhaltig genug.
Nachhaltigkeit ist ja eines der großen Modewörter zur Zeit: Alles und jedes wird auf seine Nachhaltigkeit hin bewertet. Was ist eigentlich damit gemeint? Mit Nachhaltigkeit wird der Anspruch verstanden, auch langfristig Erfolg zu haben – und damit auch noch die Umwelt zu schützen, Ressourcen weniger zu verwenden usw. usf. Die derzeitige Autokonjunktur, die für die deutschen Premium-Hersteller Daimler, BMW und Audi zu vermerken ist, ist aus der Sicht des Autors nicht nachhaltig.
Zunächst beschreibt der den aktuellen status quo. Autoaktien sind stark nachgefragt an den Börsen dieser Welt. Grund hierfür ist natürlich, dass deutsche Autos von Daimler, BMW und Audi besonders in Schwellenländern nachgefragt sind. Autofahrer in China, Indien und Brasilien können von deutschen Autos gar nicht genug bekommen. Aber der Autor verweist auch darauf, dass auch USA und Japan einen Autoverkaufsboom zu verzeichnen haben. Also überall – nur nicht hier – Absatzrekorde.
Verbunden damit: Die Autoproduktion wird allerorten wieder angekurbelt. Anstatt Kurzarbeit werden nun wieder Überstunden gefahren. Die Leiharbeiter, die in der Krise zuerst gehen mussten, werden wieder zurückgeholt. Und dürfen bis zur nächsten Krise wieder mitspielen. Aber – so warnen Experten – dies ist zwar kurzfristig erfreulich, könnte aber den langfristigen Erfolg gefährden. Denn die meisten Autoexperten sagen ja, dass es jetzt verstärkter Anstrengungen bedarf, um die Autoproduktion nachhaltiger zu gestalten – weg von fossilen Brennstoffen, hin zu anderen Konzepten.
Und da gibt es bekanntermaßen keine Entscheidung. Weil die Politik keine einzige Infrastrukturentscheidung trifft, müssen die Autohersteller eigentlich in alle Richtungen entwickeln. Und das kostet wahnsinnig viel Geld. Noch drückt das Problem nicht so richtig: Wer damit beschäftigt ist, die Nachfrage zu befriedigen, braucht ja nur die Produktion zu organisieren und sein Geld zu zählen. Aber der Autor verweist darauf, dass der nächste Ölpreis-Schock garantiert bevorsteht – auch wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Und dann wird wieder nach Alternativen gerufen, die dann aber nicht da sind.
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