Macht und Einfluss auch über die politische Lobby hat der ADAC nicht erst seit ein paar Wochen. Seit Jahren macht der zahlenstärkste Club in Europa – weltweit wohl die größte Autofahrer-Vereinigung – zu allen Problemen der Kraftfahrer auf zwei und vier Rädern seine Haltung, seine Vorwürfe und seine Tests publik.
Jüngst (Juni/Juli 2010) hat nun der ADAC in Kooperation mit der Zeitschrift “Motorrad” des Stuttgarter Motor-Presse-Verlags 32 Zweirad-Werkstätten getestet. Was dabei rauskam, wird vor allem die schlechten Werkstätten überraschen oder deren Betriebsleiter oder Inhaber vielleicht auch nicht (mehr)… Mit 23 der getesteten Werkstätten der Fabrikate Harley-Davidson, Honda, Triumph, Kawasaki, Suzuki, Yamaha, BMW und Ducati war die Zahl derer hoch, die nicht alle fünf eingebauten Fehler gefunden haben und diese dann auch beheben konnten.
Alltägliche Fehler
Was nun jeder Biker auf seinem “Moped” schon mal erfahren hätte können oder auch schon erfahren hat, war dann ein Quintett an Fehlern: Zu großes Spiel am Gasgriff, defekte Glühlampe für Standlicht oder Kennzeichenbeleuchtung, lose Verschraubung des Kupplungsgriffs, reduzierter Reifendruck am Hinterreifen und der auf ein Minimum abgesenkte Stand der Bremsflüssigkeit hinten.
Zu den Besten unter den Guten bei der Stichprobe zählte die Firma SBF Triumph Bikes & Parts, in Filderstadt, was natürlich die Biker im Großraum Stuttgart begeistern dürfte, was aber vielen tausend Anderen nichts nutzt, wenn auch die schwäbische Werkstatt an nichts sparte und die volle Punktzahl bezüglich Technik und Service erhielt (100 Punkte).
Auf Rang 2 kamen mit jeweils 96 Punkten das BMW Motorrad Zentrum Stuttgart und die Honda-Werkstatt Fritz Wenger aus Münster/Lech. Mit auf’s Treppchen kam die Kawasaki-Werkstatt Schlickel Motorrad aus Oldenburg (93 Punkte).
Lässt man den Namen des Schlusslichts weg, ist es aber dann doch auf Yamaha spezialisierte Werkstatt bei München. Deren Monteure und Freaks fanden nur einen Fehler, und dabei hatte man trotzdem die übrigen Mängel im Wartungsplan als abgearbeitet “ge-checkt”.
Juristisch grenzwertig!
Beim juristisch Formellen im Sinne eines Werk- oder Werklieferungsvertrags (hier mit Teile-Einbau) hatten wohl nur neun Werkstätten dem Test-Kunden die Kopie eines schriftlichen Auftrags ausgehändigt und bei nur 18 Betrieben erhielten die Kunden mit der Rechnung auch den abgearbeiteten Wartungsplan als Anhang. Alles recht kritisch und keinesfalls im Sinne der ADAC-Tester und auch nicht im Sinne der vielen tausend Biker, die in den Sommermonaten auf dem Bock sitzen..
Fazit eines solchen Test: Das Gesamtergebnis muss als enttäuschend gelten, und das vor allem im Vergleich zu den Auto-Werkstätten. Bei denen waren die Resultate bisher umgekehrt: Nur ein gutes Viertel von Ihnen hatte schlecht, drei Viertel der Auto-Häuser mit ihren Werkstätten (73 Prozent) hatten korrekt und zuverlässig gearbeitet.
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