Forderungen wegen Schäden am Fahrzeug-Make-Up!
Der Vorwurf hat mit dem Restwert-Risiko zu tun: Mit Rückgabe des Fahrzeugs nach Ablauf der Leasingdauer sollen nun auch kleine Kratzer an Leasing-Fahrzeugen das Gebrauchtwagen-Risiko und den Gewinn retten.
Ob sich jedoch mit Lackschäden für die Leasing-Branche was retten lässt, bleibt vorerst fraglich, obwohl eine CAR-Studie über die Leasingfirmen belegt, dass diese sich einen Teil ihrer Rabatte am Ende der Laufzeit retour holen. Versucht wird, Nachzahlungen für Kratzer und andere minimale Schäden bei der Fahrzeugrückgabe durchzusetzen – im Durchschnitt rund 700 Euro pro Fahrzeug, wobei dieser Betrag je nach Leasinggesellschaft stark variiert.
Wenn der Lack ab ist…
Wie eine Studie des CAR-Center Automotive Research ergab, liegen die Tatsachen wohl so: Marken-unabhängige Leasinggesellschaften (Non-Captives VMF), die durch die DEKRA oder den TÜV im Verband der marken-unabhängigen Fuhrpark-Management-Unternehmen (VMF) zertifiziert sind, verlangen rund 570 Euro für Schäden bei der Fahrzeugrückgabe. Die Mehrzahl der Leasinggesellschaften, die dazu auch nicht zertifiziert sind, greifen noch deutlicher ab. Die Captives, also die herstellerabhängigen Leasinggesellschaften, sind schließlich mit bis zu 730 Euro Nachbelastungen pro Fahrzeug dabei, was fünf Prozent mehr ist als der Durchschnitt. Non-Captives, also nicht vom VMF zertifizierte und Hersteller-unabhängige Leasinggesellschaften, verlangen pro Fahrzeug sogar rund 1.110 Euro je nach Nutzungsschäden, was Kosten von 50 Prozent über dem Branchenschnitt bedeutet.
Branchenkenner wissen zugleich, dass auch noch höhere Beträge nicht selten sind, wobei für eigentlich “werthaltige” Fahrzeugen schnell mal 2.500 Euro zusammenkommen. Alles in allem sind dies “Zusatzerträge”, mit denen die Leasinggeber im Nachhinein versuchen ihre Verträge zu optimieren. Sind die Schäden auch nicht immer sofort zu erkennen, orten Spezialisten auch kleinste Kratzer, die dann als Mangel auf die Abschluss-Rechnung kommen. Bei 500 Flotten-Fahrzeugen macht dies bei 700 Euro je Auto 350.000 Euro – ein nachträglicher Aufwand für den Leasingnehmer, der dessen ursprüngliche, als günstig betrachtete Kalkulation umwirft…
“Gestundete Rabatte”
Wurden also Rabatte beim Vertragabschluss zum Lockmittel, damit die Leasingraten sinken, wurden die Minderbeträge eben nur mal gestundet. Da ist auch dem Privatmann anzuraten, Rückstellungen für Nachzahlungen zu kalkulieren. Dies nun macht die Leasingnehmer kritisch, woraus 21 Prozent der Befragten unzufrieden und weitere elf Prozent sehr unzufrieden sind.
Wer sich damit nicht abfinden will, der kann sich an einen Gutachter wenden oder sich auch mal auf Zahlung verklagen lassen, was dann bei der Verhandlung zu einem Gutachten führen dürfte… Vermeidbar wäre das alles, wenn es zu einem Gütesiegel für Firmen mit fairer Bewertung hätte kommen können oder es noch kommt.
Schnell mal selbst zu Smart-Repair
Wird Wertminderung zusätzlich berechnet, sind es Schäden am Lack (81 Prozent), an der Karosserie (52 Prozent) und an der Verglasung (30 Prozent). Woran man als Leasingnehmer oft nicht denkt: Die Schäden werden zwar teuer taxiert, aber oft nur im Smart-Repair-Verfahren behoben. Kotflügel werden nicht ausgetauscht, viel eher wird gespachtelt und mit Lack gefüllt…
Weil die Restwerte tief gesunken sind, kann der Wiederverkauf die Differenz nicht füllen. Folglich stützen die Nachforderungen die verminderten Restwerte.
Bevor man jedoch für jeden Kratzer blechen zu muss, sollte man vor der Fahrzeugrückgabe selbst eine Smart-Repair-Werkstatt anfahren, was gegenüber herkömmlichen Verfahren Kosten von 50 bis 70 Prozent spart.
Letzte Kommentare