Spätestens zur Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land haben sich Autofahnen als zierendes Beiwerk durchgesetzt. Auch in diesem Jahr werden sie wieder massenhaft an den Mann und die Frau gebracht, kostenlos zum Kasten Bier oder für ein paar Euro im Supermarkt. Flagge zeigen, heißt es dann. Allerdings sind die kleinen, flatternden Fähnchen in Landesfarben versicherungstechnisch nicht ohne. Einerseits droht Gefahr, wenn sie sich während der Fahrt selbständig machen. Andererseits macht es die Fensterhalterung Dieben etwas einfacher, ein Auto zu knacken.
Die Arag-Versicherung rät, die Fahnen zumindest vor der Fahrt auf die Autobahn zu entfernen. Die Halterungen und die Flaggen selbst würden den hohen Belastungen nicht standhalten, im schlimmsten Fall abbrechen oder reißen und den nachfolgenden Verkehr gefährden. Da die Fanartikel keine Zulassung vom TÜV haben, käme ein daraus resultierender Schaden den Fahrzeughalter teuer. Ob die Kfz-Haftpflichtversicherung einspringt und 100 Prozent der Kosten übernimmt, ist eher fraglich. Denn der Vorwurf, grob fahrlässig gehandelt zu haben, steht ganz sicher im Raum.
Das gilt auch, wenn das Fahrzeug abgestellt wird und die Halterung im Fensterspalt verbleibt. Autoknacker hätten dadurch leichteres Spiel, so die ARAG. Für die Kaskoversicherungen wäre dies Grund genug, die Regulierung des Schadens zu verweigern. Deshalb: Die WM-Fahnen lieber nur gezielt zum Einsatz bringen, zum Beispiel für einen Autokorso, wenn die Mannschaft ein Spiel gewonnen hat. Ansonsten kann auch ein Schal im Heckfenster die Verbundenheit zur Lieblings-Elf zum Ausdruck bringen. Denn sicher geht vor, auch im größten Freudentaumel.

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