Oldies in Nivea-Blau? Nur wenn’s passt!

“Flagge zeigen und Farbe bekennen” – zwei Sinnsprüche, die bei den Fans von Auto-Oldtimern längst von Farbexperten unterstützt werden. Glasurit, das Lack-Label der BASF Coatings, hat in Zusammenarbeit mit Porsche nahezu alle (?) Autolack-Farbtöne seit 1950 – und das sind tatsächlich 782 – und dazu die ‘Rezepte’ als Lackmisch-Formeln ermittelt.

Für den, der um die Bedeutung weiß, gilt jetzt auch, dass die historischen Opel-Farbtöne seit dem Jahre 1968 komplett sind. Die weitere Recherche haben die regionalen Opel-Clubs angekündigt.
Langfristig soll das “Lack-Archiv” den Oldtimer-Eigentümern und Liebhabern helfen, damit diese auch den originalen Farbton für ihr Fahrzeug restaurieren können.

Die Hersteller von Lacken fanden heraus, dass zwei Fragen die Halter von Oldi-Mobilen beschäftigt. Als erstes Problem gilt für die mit Liebe restaurierten und insgesamt anhaltend wertvollen Fahrzeuge, welche Lackfarbe das Auto im Original trug und welche Lackiererei geeignet ist, diesen Lack auch wieder fachgerecht aufzutragen. Autogeschichtlich gilt für die Recherche als Begleitfrage, mit welchem Farbton in welchem Jahr welches Fahrzeugmodell original lackiert war.

Bei regem Info-Austausch haben die Farbexperten inzwischen auch für den Karmann, den Kabinenroller von Messerschmitt und für die Marke Monteverdi (Schweiz) die zugehörigen Farbtöne zweifelsfrei bestimmt. Farbtöne anderer Marken werden nach und nach folgen. Die bisherigen Projekte mit den Classic-Abteilungen der Hersteller und den Fachjournalisten werden fortgesetzt, wie auf dem 20. TÜV-Oldtimerabend im Refinish Competence Centre in Münster publik wurde.

Zentrum für Original-Lacke

Mit 250.000 Rezepturen ist das große Farbtonarchiv inzwischen ausgestattet, was unterstützt wird durch zwölf vernetzte Farbton-Archive auf allen Kontinenten. Münster, die Heimat von Glasurit, wurde damit zur Metropole der Oldtimerlackierung, wie man beim Glasurit Kundenservice stolz feststellt.

Vielen Kraftfahrern sind die Olds-Mobile mit ihrer “H”-Ergänzung auf dem Nummernschild schon aufgefallen. Wer ein solches Kennzeichen erlangen will, der sollte beachten: Grundsätzlich können Original-Farbtöne nicht gefordert werden. Als erstrebenswert für den Oldtimer-Liebhaber ist eine Farbe, die dem früheren Original am nächsten kommt. Multi-Color-Lackierungen dürfen nur verwendet werden, wenn sie bereits früher angeboten wurden. Nicht erwünscht sind gemusterte Lacke oder Motive mit Ausnahme von Werbe-Motiven auf Lieferwagen, wie sie aus der damaligen Zeit stammen oder wie neue Schriftzüge und Embleme den originalen nachempfundenen sind.
Zurückhalten sollte man sich mit Schriftzügen wie POLIZEI oder FEUERWEHR, denn hoheitlich ist nicht jedem alles zulässig. Da ist es allemal besser, dass der Oldie-Lack in einem ordentlichen Zustand daherkommt.

Weltweit im Netz

Antworten auch Lackfragen geben auch zwei Glasurit-Webseiten, die der Lackhersteller laufend mit Infos pflegt: www.glasurit.de und www.classiccarcolors.com sind zweifelsfrei in der Auskunft über Lacke und Farben für Oldies but Goldies. Zum Show-Room für herausragend ältere und spektakuläre Fahrzeuge wurde Refinish Competence Centre. Das gilt auch für einen Mercedes 300 SL, den berühmten Flügeltürer, der im Eigentum der BASF Coatings Nordamerika ebenso zu bestaunen ist wie der Ferrari GT (Baujahr 1964) oder der Melkus RS 1000 (Baujahr 1972).

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