Die Energiebranche ist derzeit etwas energielos was das Thema Elektromobilität angeht. Das kritisiert die Werberzeitschrift werben & verkaufen (w&v). Die Stromkonzerne halten sich auf allen Ebenen sehr zurück.
Angela Merkel – ihres Zeichens Bundeskanzlerin – hat ja in ihrer letzten Videobotschaft das Thema Elektromobilität angesprochen. Sie hat darin nochmals darauf verwiesen, dass im Jahre 2020 1 Millionen Elektroautos auf Deutschlands Straßen unterwegs sein sollen. Diesen Worten folgen Taten: Anfang Mai findet das erste Treffen der “Nationalen Plattform Elektromobilität” statt. Die Unternehmensberatung McKinsey hat neulich vorgerechnet, dass die Autobranche pro Jahr 20 Milliarden Euro mit Elektroautos umsetzen kann.
Doch die Stromkonzerne, die ja wahrscheinlich noch viel mehr mit Elektromobilität verdienen könnten, agieren zurückhaltend. Nur RWE geht in die Offensive. Die drei anderen großen Stromkonzerne e.on, EnBW und Vattenfall lassen kaum etwas von sich hören zu diesem Thema. Obwohl alle natürlich an irgendwelchen Pilotprojekten dran sind.
Wenn man sich allerdings die Zulassungszahlen im Elektrobereich anschaut, kann man verstehen, warum sich noch nicht so wahnsinnig viel tut: Laut w&v wurden 2009 gerademal 162 Elektro-PKW in Deutschland zugelassen. Ich würde mal sagen, dass hier noch kein richtiges Geld zu verdienen ist. RWE engagiert sich, weil sie dort erwarten, dass 2020 2,5 Millionen Elektroautos zugelassen werden.
RWE ist mit Feldversuchen, einem Werbefilm, einer Microsite und einer Roadshow am Start. In einem Interview mit einem Tesla-Fahrer wird allerdings darauf hingewiesen, dass RWE versucht, eine Monopol-Stellung über einen speziellen RWE-Stecker aufzubauen. Das ist Quatsch, weil ein normaler Stecker reicht. Dieser Versuch zeigt also, dass es nicht nur positiv ist, wenn ein Stromkonzern sich für das Thema Elektromobilität engagiert.
Denn wenn sich dadurch nur diese unsägliche Monopolstellung in der Stromversorgung manifestiert, hat Deutschland nicht viel gewonnen. Zudem gehört für viele Autofahrer zu einem Elektroauto die Energieversorgung aus regenerativen Energien dazu. Günstigen Strom wird es aber erst geben, wenn die Stromproduktion dezentral organisiert ist – und nicht von Monopolisten gemacht wird.
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