Es ist schon beeindruckend, wie sehr die Verbrauchswerte innerhalb der vergangenen Jahre zurückgegangen sind. „Neue“ Technologien wie Direkteinspritzung, Start-Stopp Automatik, Bremsenergie-Rückgewinnung und optimierte Karosserien sollen dazu beitragen, den Verbrauch der Fahrzeuge deutlich zu senken. Inzwischen gibt es sogar Mittelklassefahrzeuge, die (zumindest bei den Dieselmodellen) beim Kraftstoffverbrauch mit einer 3 vor dem Komma ausgezeichnet sind.
Allerdings gilt es diese Werte mit äußerster Vorsicht zu genießen. Im Alltag ist es nämlich gar nicht so einfach, die von den Herstellern genannten Verbrauchswerte zu erreichen. Die Praxis zeigt, dass dies nur selten der Fall ist bzw. die meisten Autofahrer keine Chance haben. Grund dafür sind die Normtests, die nur bedingt alltägliche Fahrsituationen abbilden. Außerdem arbeiten die Autohersteller gerne mit Tricks, die zu verbesserten Ergebnissen führen: So kann es schon einmal vorkommen, dass der Reifendruck erhöht wird, um somit den Rollwiderstand zu verringern. Aber auch der Verzicht auf jegliche Austattung (und somit auf Gewicht) trägt dazu bei, den Kraftstoffverbrauch maßgeblich zu senken.
Verständlicherweise spielt auch die Fahrweise eine wichtige Rolle: Es gibt viele Autofahrer, die schlichtweg unwirtschaftlich fahren und somit grundsätzlich mehr Kraftstoff als nötig verbrauchen. Doch selbst bei bewusst sparsamer Fahrweise ist es häufig schwierig, die eindrucksvollen Verbrauchswerte zu erreichen. Dies wurde erst kürzlich von einem Test der „Autobild“ bestätigt: Drei auf Sparsamkeit ausgelegte Modelle von Audi, Volvo und VW durften gegeneinander antreten. Alle drei Modelle sind mit einem Verbrauch von 3,8 Litern Diesel angegeben. Das Testergebnis war ernüchternd: Selbst bei sehr sparsamer Fahrweise konnten die Herstellerwerte nicht erreicht werden. Bei alltäglicher bzw. nicht unbedingt sparsamer aber auch nicht sehr sportlicher Fahrweise schluckten die Fahrzeuge nochmals deutlich mehr.
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