Wenn es nach Berlin geht, dann wird es bald in allen deutschen Städten nur noch mit Tempo 30 vorangehen. Die größte deutsche Stadt geht derzeit mit einer Bundesratsinitiative an den Start. Mit dieser Idee möchte sich Berlin als Metropole des umweltfreundlichen und sicheren Verkehrs profilieren.
Bekanntermaßen beträgt das Regel-Tempo in geschlossenen Ortschaften 50km/h. Diese Höchstgeschwindigkeit wurde 1958 eingeführt. Von 1953 bis 1958 gab es kein Tempolimit in Städten. Das soll – trotz erheblich geringerem Verkehrsaufkommen – 2000 Menschen das Leben gekostet haben. Jetzt wird überall diskutiert, ob 50km/h nicht doch zu schnell sind. Grund hierfür sind z.B. die langen Bremswege, die bei 50km/h gelten.
So braucht ein Auto bei Tempo 50 28 Meter, um zum Stehen zu kommen. Bei Tempo 30 reduziert sich der Bremsweg auf 13 Meter. Auch die Zahl der tödlichen Unfälle von Auto und Fußgängern lässt sich mit dieser Maßnahme erheblich reduzieren: Bei Tempo 50 sterben 8 von 10 Fußgängern – bei Tempo 30 soll das Verhältnis bei höchstens 3 zu 10 liegen. Tempo 30 würde sich natürlich auch sehr stark auf die Lärmbelastung in Städten auswirken.
Langsamere Autos fahren leiser. Deshalb gibt es in Berlin auch einige Haupstraßen, auf denen in der Nacht Tempo 30 vorgeschrieben ist. Berlin ist hierbei sowieso schon sehr weit vorangeschritten: Schon auf 75% aller Straßen gilt das Tempolimit von 30 km/h. Nur in München gibt es mehr Tempo-30-Zonen. Dort gilt das Tempolimit auf 80% aller Straßen.
Wie gehts jetzt weiter? Zunächst müsste der Berliner Senat beschließen, eine Bundesratsinitiative zu starten. Es sieht so aus, als würde die Berliner Initiative im Bundesrat keine Unterstützer und demnach auch keine Mehrheit finden. Obgleich es in der Vergangenheit schon eine Mehrheit beim Deutschen Städtestadt gab, die allerdings verloren ging. Der ADAC hält dies für eine “Werbeaktion für die Öko-Haupstadt”.
Politiker anderer Parteien weisen darauf hin, dass heute jede Straßenverkehrsbehörde selbst entscheiden kann, wieviele Tempo-30-Zonen sie in einer Stadt einrichtet. Man darf also gespannt sein, was daraus wird.
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