Grobe Fahrlässigkeit: Musterquoten sollen Kfz-Versicherung transparenter machen

Wer hinter dem Steuer sitzt und durch grob fahrlässiges Handeln einen Unfall bzw. einen Schaden verursacht, kann nicht auf eine vollständige Regulierung des entstandenen Schadens durch seine Kfz-Versicherung hoffen. Schon seit jeher handelte es sich hierbei um ein großes Streitthema zwischen den Versicherungsunternehmen und den Versicherungsnehmern. Nicht selten kam es vor, dass Versicherer die Schadensübernahme verweigerten und deshalb langwierige Prozesse vor Gericht geführt wurden.

Um die Regulierung solcher Schadensfälle zu vereinfachen, hat der deutsche Verkehrsgerichtstag sogenannte Musterquoten festgelegt, die letzten Endes einen Vorschlag dahingehend verkörpern, wie die Versicherer im Schadensfall bei der Regulierung vorzugehen haben bzw. zu welchem Anteil sie sich am Schaden beteiligen. Konkret bedeutet dies, dass die Kfz-Versicherung im Schadensfall zwar einspringt, der Versicherungsnehmer jedoch aufgrund der grob fahrlässigen Verhaltensweise einen Teil der Kosten selbst tragen muss.

Wie „Finanzen.de“ berichtet, soll das Überfahren einer roten Ampel den Versicherungsnehmer eine Zuzahlung in Höhe von 50 Prozent kosten. Sollte er ein Stopp-Schild übersehen, sind es immer noch 25 Prozent, die an Zuzahlung zu leisten sind. Im Übrigen gelten die festgelegten Richtwerte nicht nur für Situationen, in denen der Versicherungsnehmer hinter dem Steuer sitzt – auch bei Fahrzeugdiebstahl spielt das Thema Fahrlässigkeit mittlerweile eine große Rolle. Ein leichtfertiger Umgang mit den Autoschlüsseln kann bedeuten, dass der Versicherungsnehmer im Schadensfall bzw. bei Diebstahl seines Fahrzeugs 25 Prozent der Kosten selbst tragen muss.

Allerdings gilt es in jedem Fall zu berücksichtigen, dass der deutsche Verkehrsgerichtstag lediglich Musterquoten festgelegt hat. Hierbei handelt es sich um Richtwerte bzw. um Empfehlungen für die Versicherer. Daher besteht im Einzelfall stets das Risiko, dass der Versicherer andere Quoten festgelegt hat.

Speak Your Mind

*