Vor 40 Jahren die Fußmatte – heute 13 Prozent!

Mit weniger Rabatt als erwartet werden all jene zurecht kommen müssen, die da glaubten, der Automobil-Handel habe weiterhin finalen Ausverkauf. Denn die Rechen-Disziplin der Kaufleute ist keinesfalls schlechter geworden. Drum wird es wohl auch in 2010 weniger Nachlass auf den Neuwagen geben als auf Verbraucherseite angenommen.

Und weil es zu (fast) allem eine Umfrage gibt, hat auch Progenium in München erfragen lassen, dass der durchschnittliche Nachlass beim Neufahrzeug bei aktuell 13 Prozent des Listenpreises liegt. Das wussten 2.000 befragte Kunden bevor und nachdem sie ein Auto gekauft hatten. Und so bedeuten 13 Prozent, dass nun mal 87 Euro zu zahlen sind, wen zuvor 100 drauf stand – recht viel eigentlich, doch weniger als einige vermutet hatten.
Daraus entstehen dann auch die falschen Vorstellungen zwischen Kunde und Händler, weil einer von sechs Kunden (16 Prozent) glaubt, dass man schon mal 20 Prozent Nachlass “ablutschen” könnte.
Das aber kann nur für Alt-Modelle gelten oder für Standfahrzeuge, bei denen man dann aber auch die Farbe nehmen muss, die sich als Fakt darstellt. Und wem es schließlich gelingt, auf 16 Prozent rauf, oder besser runter zu handeln, der macht noch mal 3 Punkte von 13 mehr, was wiederum 23 Prozent ausmacht…aber halt nur bei Prozentpunkten von Prozent.
Die besten Verhandler sind nach der Progenium-Umfrage die Kunden zwischen 41 und 50 Jahren. Sie zahlten einen von sieben Euros nicht, was über den Daumen 14 Prozent unter Listenpreis bedeutet. Weniger Fortune beim Feilschen um den richtigen “VauKa” gab es für Jungkäufer unter 30 Jahren und für Frauen. Für diese Zielgruppen gab es maximal 13.

Premium-Klasse trotzt!

Wunsch und Wirklichkeit liegen je nach Autoklasse auseinander. Die stärkste Differenz gibt es wohl für Käufern deutscher Premium-Marken. Hier gilt ein Durchschnitt als “Bar-Rabatt” von 16,2 Prozent wobei sich die meisten Kunden mit 10,8 Prozent begnügen müssen.
Strenge Maßstäbe wenden Audi, BMW und Mercedes an, die sich am deutlichsten gegen zu hohe Rabattforderungen behaupten
Wer sich für ein Fahrzeug der deutschen Volumenhersteller interessiert, der erwartet nach Umfrage, dass 15 Euro von 100 geschenkt werden und kommt mit tatsächlichen 14 Euro 50 dann auch ins Geschäft. Mehr als die asiatischen Importeure anbieten, bei denen man auf durchschnittliche 14,1 Prozent kommen kann.

Keine Geschäft “in Bausch und Bogen”

Wer sich einst im Restegeschäft auskannte und auch vor einer tonnenschweren Portion Orientteppichen nicht zurückschreckte, der kaufte schon mal in Bausch und Bogen; und dann aber auch die absoluten Reste samt deren Mängel. So was wird es als Rabattschlacht in 2010 bei Fahrzeugen jedoch nicht geben. Die Margen sind bei den deutschen Händlern ausgereizt. Auch wenn das Markt-Volumen tatsächlich um 20 bis 30 Prozent sinken sollte, werden Hersteller und Händler an den Kostenstrukturen arbeiten, statt gute Ware unter Wert zu verramschen, was wiederum den Ramschkauf meint, bei dem alles, aber auch alles aus dem dunklen Lager mit gekauft werden musste…

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