Berliner fahren Auto und Fahrrad

30,9% aller Wege werden in Berlin mit dem Auto absolviert. Das ergab eine Studie der TU Dresden, bei der 38.965 Berliner befragt wurden. 29,8% aller Wege werden zu Fuß absolviert, 26,2% per ÖPNV und 13,1% mit dem Fahrrad.

Besonders interessant sind allerdings die festgestellten Werte für Fahrradfahrer – denn je nach Bezirk werden hier teilweise erstaunliche Werte erzielt. Denn in manchen Bezirken werden Spitzenwerte erreicht, die sonst nur in Holland üblich sind. Spitzenreiter bei der Fahrradnutzung sind die 270.000 Bewohner von Friedrichshain-Kreuzberg. 21% aller Wege werden dort mit dem Fahrrad bewältigt. Gefolgt wird der Bezirk von Pankow mit 17%. Auch in Mitte wird viel geradelt: 14%.

Auch die Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz-Zehlendorf, Tempelhof-Schöneberg, Neukölln und Treptow-Köpenick erreichen zweistellige Werte. Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf, Spandau und Reinickendorf bleiben einstellig. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass der Fahrradverkehr zunimmt, je urbaner der Bezirk ist. Schlusslichter sind die beiden Ostberliner Bezirke Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf. Gründe sehen die Forscher darin, dass das Fahrrad zu DDR-Zeiten das schlechteste Image hatte.

Überraschungen erlebten die Forscher auf manchen Straßen in Pankow-Prenzlauer Berg. Dort wurden in manchen Monaten teilweise mehr Fahrräder gezählt als Autos. Es handelte sich dabei um die Monate Mai und Juni. Die Straße heißt Kastanienallee. Auch im Durchschnitt über alle Monate wären genauso viele Autos wie Fahrräder unterwegs.

Die Folgen dieses Fahrrad-Booms sind vielfältig: Fußgänger fühlen sich bedroht, weil Fahrradfahrer den Bürgersteig immer öfter auch als Fahrradweg betrachten. Zudem ergeben sich teilweise auf den Fahrradwegen schon lange Kolonnen von Fahrradfahrern, die man teilweise nicht mehr kreuzen kann. Die Zahl der Unfälle zwischen Fahrradfahrern und Fußgängern würden zunehmen.

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