Kfz-Versicherung: Allianz gehört beim Preispoker zu den Verlierern

Der Preispoker um die Kfz-Versicherung kostet so manches Unternehmen das letzte Hemd. Die hohen Einsätze, die selbst über gute Kapitalerträge nur schwer ausgeglichen werden können, sorgen jetzt nach und nach dafür, dass einige „Mitspieler“ den Tisch verlassen. Sie ziehen die Notbremse, während die Direktversicherer im Kampf um neue Kunden auch weiterhin kein Prämien-Pardon kennen. Einer der Verlierer ist die Allianz. Der Marktführer muss, so Vorstand Karl-Walter Gutberlet im Handelsblatt, erst einmal seinen unprofitablen Bestand sanieren.

Leichter wird es für die Branche auch in Zukunft nicht. Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) prognostiziert für 2010 weiterhin sinkende Beitragseinnahmen, die mit 20 Milliarden Euro vermutlich das Niveau des Jahres 2000 erreichen werden. Für die Versicherer entwickelt sich der Bereich Kfz damit zusehends zu einem Minusgeschäft mit tiefroten Zahlen. In diesem Jahr belaufen sich die Verluste, groben Schätzungen zufolge, auf 600 Millionen Euro. Das hat zur Folge, dass sich beispielsweise die Generali – sie vertreibt ihre Kfz-Policen über die Aachen Münchener und Cosmos Direkt – nicht länger am Preiskampf beteiligen will. „Schluss mit defizitären Verträgen“, sagt ab sofort auch die Zürich-Gruppe.

Bei der Allianz sei der Sanierungskurs im Flottengeschäft der Hauptgrund, dass es zu Verlusten gekommen sei. Das Unternehmen hatte nach eigenen Aussagen zu viele unprofitable Bestände. Im Privatkundengeschäft laufe hingegen alles recht stabil, so der Vorstandsvorsitzende Gutberlet. Dank sagt er dafür vor allem den Vertretern, die im laufenden Jahr erfolgreich Bestand aufbauen konnten. Aktuell drehe sich auch bei der Allianz alles darum, Kunden zurückzugewinnen. „Dies geschieht aber nicht großflächig mit Sonderrabatten, sondern ist ein kontrollierter Prozess“, so Karl-Walter Gutberlet. Die Vertreter sehen das als zu vorsichtigen Weg. Sie befürchten, dass ihnen zehn Prozent der Autoprämie verlorengehen.

Ein wenig abfangen kann die Allianz die Verluste im Privatkundensegment durch die Geschäfte mit den Autohäusern und Herstellern. Sie ist damit zwar etwas unabhängiger vom Preiskampf, steht deshalb aber nicht besser da. Das größte Problem der Allianz ist und bleibt aus Sicht von Analysten die hohe Schaden- und Kostenquote. Das Unternehmen befinde sich zwar auf dem richtigen Weg, so ein Analyst der BHF Bank, aber es dauere nun mal bis das Ruder herumgerissen sei.

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