Baustellen-Chaos legt Stadtbezirk lahm

Mehrfach habe ich schon von den Autokolonnen berichtet, die hier in Berlin durch Wohngebiete unterwegs sind, um den Dauerstaus auf den umliegenden großen Straßen zu entgehen. Jetzt hat sich das Berliner Abendblatt einmal dieses Themas angenommen. Unter dem Titel “Die Staus nerven ohne Ende” kommen die geplagten Autofahrer zu Wort.

Besonders dramatisch: Durch die Anti-Planung gibt es mehrere Baustellen, die quasi an nebeneinander liegenden Straßenkreuzungen liegen. Also staut sich der Verkehr beispielsweise von der Kreuzung Eberswalder Straße über die Danziger Straße zurück bis zur Prenzlauer Allee. Dort aber befindet sich schon die nächste Baustelle. Also fährt man derzeit von Stau zu Stau. Wenn man das überhaupft fahren nennen möchte.

Kein Wunder also, dass die erfahrenen Autofahrer, die jeden Stau kennen wie ihre Westentasche, massenhaft in die Nebenstraßen abbiegen. Und dort dann als Kolonne fahren. Dort, wo man eigentlich nicht damit rechnet, weil das nunmal Wohngebiete sind. Dazu kommt, dass dort plötzlich auch ein Bus durchfährt, der eine Straßenbahn ersetzen muss. Dort werden dann auf schmalen Straßen Ersatzhaltestellen betoniert. Dadurch entstehen natürlich neue Staus – wenn zum Beispiel die Müllabfuhr kommt.

Die Folgen sind vielfältig: Autofahrer werden aggressiver, Motorräder schlängeln sich durch, Fahrradfahrer fahren wie sie wollen – und Fußgänger haben auch keinen Spaß. Gründe für dieses Stau-Chaos gibt es viele: Fehlende Planung und Koordination, Baufirmen, die nicht schnell genug arbeiten, Arbeiten im 1-Schicht-Betrieb und vieles mehr. Der ADAC versucht, Verbesserungsvorschläge beim Senat vorzubringen. In erster Linie handelt es sich um den Vorschlag, einfach mal schneller zu arbeiten: In drei Schichten und rund um die Uhr.

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