Opel und die beleidigten Leberwürste

Die Bundesregierung und Frau Dr. Merkel möchten Opel nun nicht mehr weiterhelfen. Überbrückungskredite werden zurückgefordert. Staatshilfen in Milliardenhöhe werden abgelehnt. Gefährden die beleidigten Leberwürste in der Politik tausende Arbeitsplätze bei Opel?

Der Wahlkampf ist vorbei. Die neue Regierung ist im Amt. Wie gut für die teilweise wiedergewählten und neu hinzugekommenen Politiker, dass General Motors sich nun verhält, wie ein gutes Unternehmen im Privatbesitz sich benehmen sollte: GM macht was GM will – und wird Opel nun doch nicht verkaufen. Die Bundesregierung kann aufatmen: Das ganze gute Geld, was man wahlkampfmäßig in das Unternehmen pumpen wollte, muss nun doch nicht fließen. Weil GM sich anders entschieden hat, als die Politik sich das vorgestellt hat. Trotzdem regt die Politik sich auf. Warum?

Man möge sich vorstellen: Frau Merkel käme in Zahlungsschwierigkeiten. Sie müsste eine vielbefahrene, sanierungsbedürftige Brücke verkaufen. Jetzt würde die Regierung daherkommen und einen Verkauf an den iranischen Präsidenten verlangen, weil es politisch gerade interessant ist. Frau Merkel sagt: Vielleicht. Die Regierung betont immer wieder, dass der iranische Präsident der allerbeste neue Eigentümer für die Brücke wäre. Irgendwann sind auch noch die Medien voll mit dieser Meldung. Frau Merkel sagt: Vielleicht.

Bis dann der Tag kommt, an dem Frau Merkel die Entscheidung fällt, ihre Brücke zu behalten. Und alle anderen sind beleidigt. Man betont, dass man mit dieser Entscheidung zufrieden ist. Und die Mittel für die Sanierung würde man nun bestimmt nicht bezahlen. Bis dann die Brücke einstürzt und Menschen mit in den Tod reißt. Mit anderen Worten: Können wir uns die Leberwurstigkeit der Regierung wirklich erlauben? Oder sollte die Regierung nicht lieber doch alles tun, um die Arbeitsplätze bei Opel zu halten?

Comments

  1. Hamburg1887 says:

    Was ist denn das für ne Auffassung … die Deutsche Regierung wird erpresst und auf übelste vorgeführt und der Bloggverfasser sagt … nicht so schlimm, Vaseline holen und schon mal bücken … wenns denn einen Arbeitsplatz bei Opel sichert.

    Mit der Begründung der Arbeitsplatzsicherung wurde in den letzten Jahren so viel Schindluder getrieben und soviel Geld verbrannt, dabei hilft nur eines im Zeitalter der Globalisierung: besser sein als die anderen, innovativer sein als die anderen ..etc.

    Also Kopf rasieren und grade machen.

  2. Ich weiß nicht, weshalb hier so eine Aufregung herrscht.
    Der Erste, der Opel retten wollte, war Steinmeier (ehem Außenminister). Er konnte das sagen, denn was er sagte war meistens nur lachhaft, und er war auch unkompetent genug.
    Die Regierung- das sollte eigentlich jeder Bürger wissen – kann keine Arbeitsplätze erhalten oder schaffen. Deshalb spricht man auch nur über “Rahmenbedingungen”.
    Der Einsatz der Politiker in der Sanierung/Verkauf war nichts als ein Wahlkampfgag, denn in der Kommission befand sich nicht Einer, der wußte, worüber gesprochen wird. Die Medien griffen das Thema gierig auf, denn es füllte Seiten oder Sendeminuten ohne Anstrengungen. Wenn die deutsche Politik Firmen retten will,dann soll sie nicht gerade bei staatlichen amerikanischen Firmen beginnen. Und Arbeitslose – verzeiht mir, liebe Opelaner – gibt es überall – ob 80.000 mehr, fällt kaum noch ins Gewicht. Seit Schröders Agendapolitik – von vielen verspottet – ist wirtschaftspolitisch in den letzten 4 Jahren nicht mehr unternommen worden, nur die Erfolge der Agenda hat sich die CDU angehängt. Was wir brauchen ist Kompetenz in der Politik und Einschränkung der Lobbyarbeit.
    Ich glaube nicht, daß ein Politiker die beleidigte Leberwurst spielt, dazu fehlen einfach die Voraussetzungen

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