General Motors rückt Verhältnisse gerade

General Motors wird Opel nun doch nicht verkaufen. Und das einen Tag, nachdem Merkel ihre als historisch bewertete Rede vor dem amerikanischen Kongress gehalten hat. Immerhin hat einer der größten Autohersteller der Welt einen Tag gewartet. Sie hätten diese Nachricht mit Sicherheit vor Merkels Rede verkünden können. Auf jeden Fall hat GM damit klargestellt, wer in unseren Wirtschaftssystemen das Sagen hat.

Schön daran ist, dass das Unternehmen unseren Politikern einmal kräftig den Kopf gewaschen hat: Wir haben hier nun mal Privateigentum. Und wenn eine unternehmerische Entscheidung getroffen wird, dann können Politik und Medien erzählen was sie wollen – es ist einfach völlig egal. Das Geld der Steuerzahler wird gerne in Form von Abwrackprämie, Subventionen, Krediten oder Garantien entgegengenommen. Aber reinreden lassen sich die Unternehmen schon lange nicht.

Die große Koalition hat den Mund ganz groß aufgerissen – im Wahlkampf. Nach der Wahl war das Thema ja sowieso vom Tisch. Jetzt reiht sich das ganze Opel-Theater ein in die endlose Reihe von gebrochenen Wahlversprechen wie z.B. “Mehr Netto vom Brutto”. Aber was anderes haben wir Wähler ja sowieso nicht mehr erwartet.

Aber vielleicht war es wirklich nur Wahlkampf, als jeder meinte, sich öffentlich zu diesem Thema äußern zu müssen. Litt die Politik wirklich unter der Fehleinschätzung, dass sie in dieser Sache irgendetwas zu entscheiden hätten? Glaubte man wirklich, einer der größten multinationalen Unternehmen der Welt, ließe sich zu einem ungewünschten Verkauf zwingen? Oder wusste man ganz genau, dass man zwar viel palavern, aber nichts zu entscheiden hatte. Und nutzte diese Gelegenheit, um seine Mediengeilheit zu befriedigen?

Den Opel-Arbeitern hat das ganze Theater überhaupt nichts genützt. Sie haben Monate der Ungewissheit erlebt. Und jetzt gehts vielleicht von vorne los. Die Opel-Arbeiter sind die wahren Opfer dieser Affaire.

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