Zwei von drei Werkstätten bestens benotet

Als “gnadenlos kritisch” gilt wohl in der Branche die jährlich wiederkehrende Stichprobe des ADAC, wenn es darum geht, bundesweit 75 Vertragswerkstätten auf deren Leistung und Können zu testen. Und doch kann sich auch 2009 das Ergebnis sehen lassen: 49 der 75 Betriebe oder 66 Prozent wurden mit dem Prädikat “sehr gut” bedacht; weitere 15 Betriebe (20 Prozent) waren “gut”.

Ohne Fehl und Tadel leisteten an der Spitze des Rankings die Mercedes-Servicepartner. Alle fünf Getesteten mit dem Stern wurden mit Höchstnoten bedacht, weil alle technischen Mängel behoben und ein perfekter Service gezeigt wurde.

Auf Rang drei der Notenskala kamen acht Werkstätten (elf Prozent) mit “befriedigend”, zwei blieben lediglich bei “ausreichender” Leistung. Und nur eine der 75 blieb mit einem “mangelhaft” hängen. Ihr Fehler: Man hatte ein Reinigungsmittel auf der Rechnung, das im Wartungs-Check des Herstellers nicht benannt ist.

Erfreut über solche Ergebnisse ist natürlich das Deutsche Kfz-Gewerbe. Schließlich seien die Werkstätten mit ihren Noten wegen des ansteigend besseren Service belohnt worden. Damit sind die Testergebnisse jedoch auch weiterhin Maßgabe dafür, die Serviceleistungen konsequent zu halten und optimieren zu wollen.

Von den größten Marken auf dem deutschen Markt – Audi, BMW, Citroёn, Fiat, Ford, Honda, Mercedes-Benz, Nissan, Opel, Peugeot, Seat, Skoda, Toyota und VW – wurden je fünf Servicepartner getestet. Mit im “Spiel”: Fünf verbaute Fehler (defekte Kennzeichenleuchte, abgesenkter Kühlmittelstand, verstellter Scheinwerfer, niedriger Luftdruck im Ersatzrad bzw. fehlendes Pannenset, ausgehängter Auspuff), für deren Erkennung, die technischen Fertigkeiten und die Behebung maximal 60 Punkte vergeben wurden. Für weiteren Service wie Mobilität beim Kunden, Beratung oder eingehaltene Termine wurden maximal 40 Punkte vergeben. Wer abrechnete ohne ausgeführt zu haben, bekam Punktabzug.

Viel Tadel, wenig Lob

Trotz der mehrheitlich positiven Resultate kommt der ADAC zu einer eher kritischen Wertung. Der Test sei zwar besser ausgefallen als im Vorjahr, doch hätten 27 Prozent der Betriebe nicht alle Fehler entdeckt.
Große Probleme sind wohl darin zu sehen, dass Werkstätten die Checklisten der Wartungsarbeiten manchmal abhaken, ohne sie auch auszuführen. Das aber sind Ursachen, dass Mängel übersehen wurden und werden.

Bemängelt wurde auch, dass Rechnungen unklar bleiben, weil Abkürzungen aufgeführt sind und erledigte Arbeiten eher nicht zu erkennen sind. Da bleiben die Laien auf der Strecke, weil auch Positionen auftauchen, zu denen kein Auftrag erteilt wurde und die nicht zum Wartungsumfang zählen.

Als kritisch gelten Mängel, die beim Kühlkreislauf nicht erkannt wurden, und wie fast alljährlich wird immer wieder Scheibenreinigungsmittel berechnet (zwischen 35 Cent und 4,05 Euro), obwohl die Füllung in allen Fahrzeugen bis zum Strich gegeben war. Was der ADAC toll findet, schätzen auch einzelne Kunden: Viele Betriebe reinigen Kundenfahrzeuge kostenlos außen und innen (53 Prozent) und Bagatell-Reparaturen wie Lampenwechsel werden oft nicht berechnet. Na, also, geht doch!

Speak Your Mind

*