In der deutschen Angeber-Zeitung Nr. 2 “Die Zeit” ist ein Interview mit dem Psychologen und Jaguar-Fahrer Peter Kruse zur Erotik von Automarken abgedruckt. Tenor: Die Menschen verlieren ihre emotionale Nähe zum Auto.
Der deutsche Mann liebt sein Auto nicht mehr so wie früher. Das sagt der Psychologe Peter Kruse in einem Zeit-Interview. Peter Kruse leitet das Beratungsunternehmen nextpractice und lehrt zudem das Thema Organisationspsychologie. Grundlage dieser Aussage sind Studien, die sein Unternehmen seit 2006 regelmäßig durchführt. Hierbei kommt eine spezielle Methodik zum Einsatz, mit denen Veränderungen von gesellschaftlichen Wertestrukturen erfasst werden kann. Qualitative Befragungen (Tiefeninterviews) können dabei mit qualitativen Techniken (Fragebogen) verknüpft werden.
Für Peter Kruse überraschend war das Ergebnis der ersten Studie im Jahre 2006. Dabei kam heraus, dass das Auto nicht nur als reines Transportmittel, als emotionales Premiumprodukt – sondern überraschenderweise auch als “sinnvoll in meinem Alltag” passend beschrieben wurde. Die Gewichtungen in diesen drei Kategorien sind dabei, sich zu verschieben. Die Kategorie “sinnvoll in meinen Alltag” passen scheint dabei immer wichtiger zu werden. Laut Peter Krause haben die Autohersteller – aber auch die Bahn – die Zeichen der neuen Zeit noch nicht verstanden.
Viele Hersteller und Ingenieure würden noch immer zuerst daran denken, möglichst viel tolle Technik, Top-Qualität, PS-Stärke und Größe in einem Auto unterzubringen, während die neue Generation eher nach “sinnstiftenden Lösungen für ihre Mobilitätsbedürfnisse” suchen. Das könnte ebenso bedeuten, dass diese Menschen ein kleineres Auto fahren wollen, dass eben zu ihrem Leben passt. Und das muss man noch nicht einmal kaufen. Laut Kruse passt zu diesem Trend das Daimler-Projekt in Ulm, bei dem man Smarts überall und spontan stundenweise mieten kann.
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