Die freilebende Autobahn ist ja auch vom Aussterben bedroht: Immer mehr Autobahnen werden in Tunnels tiefergelegt oder in hässliche Lärmschutzwände eingezwängt. Grund sind natürlich Sicht-, Umwelt- und Lärmschutz. Jetzt sind Ideen aufgekommen, Autobahnen grundsätzlich zu überdachen, um die dort entstehende Wärme für die Energieversorgung zu verwenden.
Sind die Zeiten bald vorbei, in denen man auf Autobahnen schnell wie der Blitz an blühenden Landschaften vorbeisausen konnte? Kommt bald die Zeit, in denen man sich auch im Cabrio keinen frischen Fahrtwind mehr um die Nase wehen lassen kann? Wenn es nach Energieexperten geht, dann wohl schon. Für die Überdachung aller Autobahnen sprechen einige gute Gründe.
Wenn man sich vorstellt, dass alle Autobahnen ein Dach bekommen, dass auch noch begrünt wird, würde man die Anwohner nicht nur vor Lärm und Abgasen schützen, sondern könnte mit dem Gründach auch noch optische Akzente setzen, die das Auge erfreuen. Nachteil an dieser Lösung wäre natürlich der Unfall-Fall: Rettungskräfte hätte es sehr schwer, schnell zur Unfallstelle zu kommen – aus der Luft per Hubschrauber natürlich erst recht nicht. Ansonsten ist eine permanente Fahrt mit Tunnelblick auch nicht gerade erquicklich.
Weitere Vorteile wären natürlich, dass Nachtfahrverbote prinzipiell wegfallen könnten, weil es ja weniger Lärm für die Anwohner gäbe. Ein weiterer Vorteil sieht derzeit die niederländische Stadt Venlo, die plant innerstädtische Autobahnen grundsätzlich in einem gläsernen Tunnel zu verlegen. Genannt wird das die “nachhaltige Straße”. Ein besonderer Pluspunkt: Mit der Tunnelwärme könnten Wohnungen beheizt werden, die in der Nähe stehen. Nach ersten Berechnungen würde sich der Tunnelbau durch die Energiegewinnung in kurzer Zeit amortisieren.
Letzte Kommentare