Opel geht zu 55 Prozent an Magna

Die Entscheidung hat lange auf sich warten lassen. Jetzt steht fest: General Motors (GM) verkauft seine deutsche Tochter Opel an den kanadisch-österreichischen Autozulieferer Magna und dessen Partner, die russische Sberbank und den Hersteller Gaz. 55 Prozent erhält das Konsortium, zehn Prozent gehen an die Opel-Beschäftigten und 35 Prozent der neu zu gründenden Firma verbleiben nach wie vor bei GM. So sieht der Plan aus. Unterschrieben ist allerdings noch nichts.

Um Opel wieder auf die Beine zu helfen, werden einschneidende Schritte nötig sein. 10.600 der 50.000 Stellen in Europa sollen gestrichen werden, davon vermutlich rund 3.000 in der Bundesrepublik. Wobei hierzulande alle vier Produktionsstätten erhalten bleiben sollen. Hätte GM weiter das Regiment geführt, wären Bochum und Eisenach aller Voraussicht nach dem Sparzwang zum Opfer gefallen.

Doch auch so warnen viele vor zu viel Euphorie. „Die Arbeitsplätze bei Opel sind nicht auf Dauer gerettet“, so Wolfgang Meinig von der Forschungsstelle Automobilwirtschaft. Ärger wird sich auch auf europäischer Ebene nicht vermeiden lassen. Schon jetzt regen sich in Großbritannien erste Proteste gegen die Bevorzugung der deutschen Arbeiter und Standorte. Die Regierung will schlichten. Schließlich steht sie hinter dem Deal, trotz Risiko, und stellt eine Kreditgarantie über 4,5 Milliarden Euro. Ein Drittel der Summe darf bereits jetzt genutzt werden.

Von Vorteil für das „neue“ Opel könnten die Partner von Magna sein. Sie werden als Schlüssel für den russischen Markt gesehen. 1,5 Millionen Einheiten sollen künftig dort an den Mann und die Frau gebracht werden. Ein hoch gestecktes Ziel, das von Analysten als riskant eingestuft wird. Denn auch der russische Markt leidet unter der Wirtschaftskrise und ist deutlich eingebrochen.

Manfred Wennemar, Mitglied des Beirates der Opel Treuhandgesellschaft, sagt klipp und klar: „Ich habe nach den letzten Entwicklungen in Russland meine großen Zweifel, ob die Blütenträume wirklich aufgehen werden“. Wennemar hatte gegen den Zuschlag für Magna gestimmt und sieht Opel in der neuen Konstellation ebenso wie sein Kollege, der Insolvenzverwalter Dirk Pfeil, als nicht wettbewerbsfähig.

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