Ehrlich gesagt musste ich gestern herzlich lachen, als ich im Fernsehen den neuen Werbespot für den Peugeot 308 gesehen habe: Das Fahrzeug fährt durch den Wald. Im Abbinder hieß es denn tatsächlich: Der neue Peugeot 308: Näher an der Natur. Mal davon abgesehen, dass Umweltfreundlichkeit laut diverser Meldungen von heute für Autokäufer derzeit überhaupt nicht interessant ist, ist das wohl eine Behauptung, die an Dreistigkeit nicht zu überbieten ist.
Vielleicht liegt’s ja tatsächlich an den Autokäufern in Deutschland, dass mit den Begriffen “Natur” oder “Umwelt” so umgegangen wird, wie es nunmal derzeit getan wird. Wenn sich sowieso keiner richtig für den Umweltschutz interessiert, dann kann man solche Behauptungen auch locker aufstellen. Heute berichtete der Berliner Tagesspiegel unter dem Titel “Autofahrer kümmert Umwelt kaum”, dass der durchschnittliche CO²-Ausstoß der neuzugelassenen Neufahrzeuge bei 156 Gramm liegt – weit über dem anvisierten EU-Norm-Wert von 130 Gramm.
Das liegt natürlich auch daran, dass es einfach nicht genug Fahrzeuge gibt, die diese Norm erfüllen. Und natürlich daran, dass der Verband der Automobilindustrie genialerweise permant davon spricht, dass jeder Neuwagenkauf sowieso praktizierter Umweltschutz ist. Da bietet sich der Peugeot 308 natürlich perfekt an. Das Auto schützt wohl nicht nur die Umwelt, sondern ist auch näher an der Natur.
Im Spot sieht man einen Peugeot 308 – natürlich alleine – durch einen schönen Wald autowandern. Während der Fahrt erfahren wir, dass das Design und der Antrieb des Autos eine Mission haben: “Unsere Mission: Weniger Emission”. Tatsächlich erfahren wir im weiteren Verlauf, dass das Auto nur 120 Gramm CO² ausstößt. Und weil das so ist, ist das Auto eben näher an der Natur. Ist das noch eine legitime werbliche Übertreibung eines Produktvorteils oder schon totaler Humbug?
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