Neulich ist mir aufgefallen, dass es immer weniger Autoaufkleber zu geben scheint. Beim Fahren habe ich einfach mal bei den parkenden Autos gezählt, welches Auto überhaupt noch mit einem Aufkleber beklebt ist: Erst das vierzehnte parkende Auto hatte einen Aufkleber drauf. Ist die aufgeklebt Meinungsäußerung wirklich total out?
Das Phänomen Autoaufkleber: In den 70er- und 80er-Jahres des vorherigen Jahrhunderts wurde das Auto als fahrendes Meinungsvehikel benutzt: “Ein Herz für Kinder”, “Kind an Bord”. Aber auch “Steinzeit? Nein danke!”, “Atomkraft? Nein danke!” und diverse andere Bekenntnisse waren auf den Aufklebern zu lesen. Man bekannte sich zum Frieden, zur Nachrüstung oder gegen Kanzlerkandidaten. Aber auch parteilpolitisch wurde per Klebefolie Farbe bekannt – pro SPD, CDU, Grüne usw.
Ebenfalls wurden gesundheitliche Themen aufgeklebt, z.B. “Rauchen? Find ich beknackt”, eine durchgestrichene Zigarette, „Drogen? Ich glaub, ich spinne“ oder „Alkohol? Bin ich bescheuert?“. Gleichzeitig konnte man sich natürlich auch zum Rauchen oder Trinken bekennen: Eine Zigarettenmarke propagierte “Let’s go West!”, Alkoholhersteller waren ebenfalls mit Logos und Sprüchen vertreten.
Darüber hinaus konnte Freizeitvergnügen beworben werden: “Ich spiele Volleyball, komm spiel mit!“, Aufkleber, die den Begriff “Injektion” sexuell deuteten, Playboy-Häschen, die Umrisse der Insel Sylt, “Nicht hupen, Fahrer träumt vom FC Bayern” oder “Schwarz – Rot – Geil” mit dem die Fußball-WM 2006 begleitet werden konnte.
Heute werden Autoaufkleber immer weniger verwendet. “Autoaufkleber” hat sogar seine Bedeutung verändert: Man versteht darunter großflächige Folien wie Tribals oder Flammen, die auf Heckscheibe oder Karosserie aufgebracht werden. Meinungen werden kaum noch vertreten. Grund hierfür ist auch, dass Meinungsäußerungen jetzt oft im Internet getätigt werden. Zudem stellen Aufkleber einen Wertverlust beim Weiterverkauf dar.
Leider muss ich widersprechen!
Da bin ich zwar schon 60
und habe auf keinen Fall “Baby on bord”,
bin aber seit 2008 fördendes Mitglied beim
Golfclub St. Pauli.
Ja, den gibt es mit versch. Mgl.-Kategorien.
Da ich im Schwarzwald zuhause bin, bin ich als “Leichtmatrose” gelistet und fördere mit meinem bescheidenen Jahresbeitrag die ehrenamtliche Arbeit, die vom Vorstand und seinem Team für gestrauchelte Jugendliche geleistet wird.
Und der Aufkleber GOLFCLUB St.Pauli kommt überall gut an…und schafft Erstaunen. Ich find’ es TOLL!
@königsgolfer: danke für beitrag und ihr engagement. das mit dem aufkleber ist eine gute idee vom golfclub st. pauli – genauso wie ihre einstufung als “leichtmatrose” – also eine sprache gewählt, die zu hamburg passt.