BMW-Belegschaft soll eigene Marke fahren: Ein Denkanstoß
“Wess’ Brot ich ess’, dess’ Lied ich sing’. – Ein Sinnspruch, den der Volksmund eher schon nicht mehr kennt, aber wieder lernen könnte. Hat doch das Management von BMW mit Blick auf die massive Absatzflaute der eigenen Marke seine Mitarbeiter zum Kauf der Weiß-Blauen ermahnt.
Ungewöhnlich dann auch die zugehörige Maßnahme: In Berlin, Leipzig, Regensburg, Dingolfing, Landshut und München sollen in den vergangenen Wochen rund 7.000 Karten an Autos von Mitarbeitern geklemmt worden sein, die ihren Arbeitsplatz täglich mit einem Fremdfabrikat anfahren.
Ein Unternehmenssprecher soll diese Tatsache jüngst (Juni 09) auf Anfrage bestätigt und damit der Publikation “Süddeutschen Zeitung” recht gegeben haben.
Überschrift der Karte: “Was stimmt hier nicht?“, und weiter: “Sie arbeiten gerne bei uns. Sie wissen Ihren Arbeitsplatz und Ihr Einkommen zu schätzen. Aber Sie fahren ein Fahrzeug der Konkurrenz”.
Nun ist dies nicht gerade ein Aufforderung zum sofortigen Fahrzeugwechsel, doch muss dies schon als “Denkanstoß” gelten, so war vom Sprecher zu hören. Auch wenn es nicht darum ginge, Mitarbeitern mit erhobenem Zeigefinger zu zeigen, dass sie eigentlich das “falsche Auto” fahren würden. Unerheblich sei die Aktion auch für die Bewertung der Mitarbeiter, weil ihr individuelles Verbraucherverhalten darauf keinerlei Einfluss habe.
Feinripp, Märklin & Ritter
Was sich ganz andere Unternehmen auf die BMW-Aktion denken könnten, ist dann schon weniger ernst gemeint: Bei Schiesser wird Doppel-Ripp getragen, bei Märklin wird in der Freizeit ganz sicher auf HO-Spur gespielt und bei Ritter wird jeden Tag eine andere der quadratisch Praktischen gegessen…
Die Aktion sei mit dem Betriebsrat abgestimmt gewesen, sagte der BMW-Sprecher und er soll betonte haben, dass Familienautos wie Vans oder Kleinbusse, die BMW nicht im Angebot hat, auch nicht gemeint gewesen seien.
BMW beschäftigt in Deutschland rund 73.000 Mitarbeiter; die Verkaufszahlen waren mit in den ersten fünf Monaten dieses Jahres um 21 Prozent auf knapp 488.000 Autos zurückgegangen. Vielleicht kann Schiesser die blau-weiße oder auch die weiß-blaue Unterwäsche dazu liefern…?
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