Punkt für Punkt Prävention

Autodiebe verfahren wie Metzger mit der Wurst: Sie bieten ihre Ware „geschnitten“ oder am Stück an – je nachdem, was der Kunde wünscht. Wobei Langfinger mit den Ersatzteilen häufig besser fahren, weil sie sich leichter an den Mann bringen lassen und nur bedingt zurückverfolgt werden können. Um die Zahl der Diebstähle zu reduzieren und dem Schwarzmarkt für Autoteile den Hahn abzudrehen, setzen einige Versicherungen in Österreich jetzt auf Punkte, die so genannten Mighty Dots.

Sie zieren von der Bodenplatte über den Motor bis hin zur Batterie nahezu jeden Winkel des Fahrzeugs. Um ein komplettes Auto mit den Punkten zu versehen, haben die Werkstätten viel zu tun. Insgesamt 7.000 Mighty Dots sind dazu nötig. Sie werden innerhalb von 30 Minuten aufgesprüht. Mit bloßem Auge sind sie nicht zu erkennen. Selbst wenn, entfernen lassen sich die Minimarkierungen nicht. Autodieben machen sie das Leben schwer, weil auf jedem einzelnen Punkt eine PIN-Nummer steht. Sie wird zentral gespeichert und ist eindeutig einem Fahrzeug zugewiesen. Somit lassen sich auch Kleinteile jederzeit zuordnen. Die Kosten für die Maßnahme, die auch als M-DotDNA-Methode bezeichnet wird, betragen rund 125 Euro.

Als Anreiz, seinem Fahrzeug ein „gepunktetes Kleid“ zu gönnen, verschickt die Wiener Städtische Gutscheine, mit denen die Markierung rund 50 Euro günstiger wird. Diesen Weg schlägt auch die Donau Versicherung AG ein. Sie konzentriert sich dabei weniger auf den Bereich Kfz, sondern mehr auf den Haushalt. Schließlich eignet sich das Verfahren auch, um Wertgegenstände wie Bilder und Schmuck oder hochwertige Elektrogeräte wie den neuen Plasmafernseher zu markieren. Ob sich das Engagement auszahlt, wird die nächste Statistik zeigen. Für 2008 vermeldete sie in Österreich immerhin 26.000 Autoeinbrüche.

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