Do, 11th Juni, 2009 - Posted by
Zwischen den HUs Werkstattbesuch oft erforderlich
“Die Schärfe des Werkzeugs bestimmt die Rentabilität des Betriebes!” - So sah einst der Ur-Vater des Kienzle-Tachometers und der namensgleichen Parkuhr und später der älteste Stadtrat Deutschlands Paul Riegger (Villingen/Baden) die Bedingungen für zuverlässiges und erfolgreiches Handeln. Übertragen auf das Fahrzeug bedeutet dessen Wartung auch Verkehrs- und Betriebssicherheit. Doch eben diese Zeit zwischen den Hauptuntersuchungen wird oft vernachlässigt. Grund dafür, dass es um Technik und Sicherheit vieler Fahrzeuge schlecht bestellt ist.
Mangelhafte Beleuchtung, reduzierte Bremsbeläge, abgefahrene Reifen - trotz mehrerer Monate mit “Abwrackprämie” für Altfahrzeuge, die aus dem Verkehr gezogen wurden, sind auf deutschen Straßen noch immer sieben Millionen (!) Autos mit Mängeln unterwegs, die als schwer wiegend gelten müssen.
Laut GTÜ gelten 6,7 der rund 42 Millionen Fahrzeuge (jedes sechste oder 16,6 %) als mit erheblichem Unfallrisiko belastet. Vielfach sind eine ausstehende und vernachlässigte Wartung und ein mehrmonatiger “Reparaturstau” für diesen bedenklichen Zustand verantwortlich.
Wer als Autofahrer allein auf die HU, die Hauptuntersuchung, vertraut, bei der Betriebs- und Verkehrssicherheit geprüft würden, der irrt bei der Länge dieses Intervalls. Eine Plakette für weitere zwei Jahre gibt es nämlich auch dann, wenn der Bremsbelag oder die Profiltiefe zum Zeitpunkt der Abnahme gerade noch so durchgehen. Und im Rahmen der Untersuchung werde auch nicht geprüft, ob das Fahrzeug zuverlässig startet oder ob der Motor mit ausreichend Öl läuft.
Systeme zu komplex für ein Do-it-yourself
Will ein Autofahrer sichergehen, dass sein Fahrzeug tatsächlich ohne Mängel ist, müsste er die vom Hersteller vorgegebenen Inspektionen durchführen lassen. Ein Fahrzeug-Check auch vor einer Urlaubsfahrt oder nach dem Winter gilt als sinnvoll. Und auch Öle, Filter, Bremsflüssigkeit oder der Zahnriemen müssen regelmäßig erneuert werden, um keine Schäden zu riskieren.
Abzuraten ist dagegen von Eigenreparaturen, was an modernen Fahrzeugen - selbst bei früheren recht einfachen Reparaturen wie einem Austausch der Bremsbeläge - ohne Spezialwerkzeug und Diagnosesystem als kaum mehr möglich gilt. Auch ist es schwierig geworden, die richtigen Ersatzteile zu beschaffen, weil zwar gleiche Fahrzeugmodelle bestehen, Ausführungen sich jedoch unterscheiden.
Wer aus seinem Auto keine verkehrlich rollenden Zeitbombe machen will, so die Experten, möge den Fachmann ranlassen, denn nur der kennt die “richtige Schärfe des richtigen Werkzeugs”.
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