Oldtimer liegen sehr stark im Trend: Schon seit einigen Jahren ist festzustellen, dass zunehmend mehr Autofans die Entscheidung treffen, sich einen Oldtimer zu kaufen. Mittlerweile sind auf deutschen Straßen gut eine Million Fahrzeuge unterwegs, die zumindest in die Kategorie der Youngtimer fallen. Was die „richtigen“ Oldtimer (Autos, die älter als 30 Jahre sind) betrifft, so sollen es laut einem Bericht von „Focus Online“ mehr als 283.000 Fahrzeuge sein.
Weil zunehmend mehr Oldtimer im Straßenverkehr bewegt werden, hat auch die Anzahl der Verkehrsunfälle zugenommen, in die Oldtimer verwickelt sind. Die Unfallexperten des ATZ (Allianz Zentrum für Technik) haben diese Unfälle näher betrachtet und eine erstmalige Studie zum Thema Oldtimerunfälle durchgeführt. Im Rahmen der Studie sollte hinterfragt werden, ob die Fahrzeuge von damals mit ihrer alten Technik für den heutigen Straßenverkehr überhaupt noch gerüstet sind. Insgesamt wurden 450 Schadensfälle untersucht.
Die Ergebnisse der ATZ Studie sind äußerst interessant. So wurde unter anderem festgestellt, dass etliche Autofahrer die Technik der alten Fahrzeuge überschätzen bzw. nicht richtig mit dieser umgehen können. Gerade was die Bremsleistung betrifft, bereitet diese vielen Oldtimerfahrern in Gefahrensituationen enorme Schwierigkeiten: Die Leistung der alten Bremsen kann mit der Bremsleistung moderner Autos nicht verglichen werden. Hinzu kommt das Fehlen von Assistenzsystemen wie ABS und ESP, deren Eingreifen viele Autofahrer gar nicht bemerken und deshalb bei Oldtimerfahrten relativ schnell ins Schleudern gelangen können.
Aber auch technische Mängel sind sehr häufig eine Ursache für Oldtimerunfälle. Im Vergleich zu Verkehrsunfällen mit heutigen Autos schneiden die Oldtimer im Hinblick auf die Technik besonders schlecht ab. Zehnmal häufiger treten technische Mängel als Unfallursache auf.
Dennoch schreibt „Focus Online“, dass Oldtimerfahrer keinem höheren Unfallrisiko ausgesetzt sind. Grund ist die geringe Fahrleistung: Im Durchschnitt werden die Autos gerade einmal 1.500 Kilometer im Jahr bewegt – und wer selten auf den Straßen unterwegs ist, kann auch nur selten in Verkehrsunfälle verwickelt werden.
Letzte Kommentare