Zu Besuch bei Opel in Rüsselsheim wirkte die Kanzlerin einen winzigen Augenblick zu Anfang Ihrer Rede ein klein wenig nervös – nicht ganz so souverän, wie gewohnt. Lag es wohl daran, dass sie nur Zusagen-Light im Gepäck hatte? Es scheint auch der CDU gut zu passen, dass Herr Obama gestern General Motors eine deadline von 60 Tagen genannt hat. Denn diese 60 Tage, das sagte die Kanzlerin gleich zu Anfang, werden nun genutzt werden, um für Opel eine Lösung zu finden.
Ganz klar machte sie diese Unterstützung vom Einstieg eines Investors abhängig. “Wir brauchen einen Investor und ein tragfähiges Konzept für die Zukunft”. Jemand, der mit Unterstützung der Bundesregierung für Opel verhandelt und sich einsetzt, weil er an Opel glaubt. Auch GM soll seinen Beitrag leisten, denn “Opel braucht GM, aber GM braucht auch Opel”. So möchte man gern auf Augenhöhe verhandeln. Zum Beispiel sollen die Rechte an den Patenten geklärt werden. Eine Weichenstellung für die Zukunft erfolgen. Der noch zu findende Investor kann mit der Unterstützung der Bundesregierung in Form von Bürgschaften rechnen.
Von einem Einstieg der Regierung selbst war nicht die Rede. Dann wurde es noch einmal interessant. Nicht nur Opel soll eine solche Chance bekommen, sondern auch kleinere Betriebe in Not, beispielsweise die abhängigen Zulieferer. Das das nicht für jeden gilt, sagte Frau Merkel dann noch durch die Blume, als sie das Beispiel Holzmann heranzog, bei dem seinerzeit riesige Summen zur Sanieung einfach versickerten und die Pleite nicht abgewendet werden konnte – trotz staatlicher Unterstützung.
Das wird man sich in Zukunft sicher vorher genauer ansehen und die betroffenen Unternehmen auf Herz und Nieren untersuchen. Auch Opel? Und wenn kein Investor auftaucht? Das blieb offen. Ist ja auch schwer zu beantworten, wenn man von 25.000 Arbeitsplätzen spricht und auf der anderen Seite von einem Kapitalbedarf bis 2011 in Höhe von 3.3 Milliarden. Das sind dann nämlich immerhin 132.000 € pro gerettetem Arbeitsplatz. In 60 Tagen geht es weiter.
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