Abwrackprämie wird aufgestockt und gibt Käufern bis Ende 2009 die nötige Sicherheit

Der bisherige Erfolg und die Hoffnung, die Wirtschaft noch weiter ankurbeln zu können, haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) veranlasst, das Budget für die Abwrackprämie aufzustocken. Bislang stehen 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung. Wie viel Geld zusätzlich bereitgestellt wird, soll nach Ostern entschieden werden. Laut Kanzleramt sei ausschlaggebend, wie lange der ursprüngliche Fördertopf ausreiche. Dementsprechend werde kalkuliert, welche Summe nötig sei, um die Abwrack- oder auch Umweltprämie bis Ende 2009 zahlen zu können. Denn dann soll definitiv Schluss sein.

Bislang wurden beim Bundesamt für Wirtschaft (Bafa) rund 350.000 Anträge gestellt. Die Zahl wird nach Schätzung von Politik und Händlern ab kommendem Montag deutlich nach oben schnellen. Dann reicht der Kaufvertrag, um einen Antrag auf die Abwrackprämie stellen zu können. Der Zulassungsnachweis ist dann nicht mehr nötig, um eine verbindliche Anwartschaft auf die Prämie in Höhe von 2.500 Euro zu erlangen. Dieser Schritt war nötig, da teilweise sechs Monate vergehen, ehe ein Fahrzeug nach der Bestellung ausgeliefert wird. Die Kunden wären dann womöglich leer ausgegangen, weil sie noch keine Zulassung vorlegen konnten. Diese Angst bestand von Anfang an, dürfte mit der Entscheidung von Kanzlerin und Kanzlerkandidat aber weitgehend beigelegt sein.

Neu ist auch, dass der Antrag für die Abwrackprämie ab dem 30. März 8 Uhr nur noch online gestellt werden kann. Auf dem Postweg zugestellte Anträge werden dann nicht mehr bearbeitet. Wer sich die 2.500 Euro für den Kauf eines Neu- oder Jahreswagens und die gleichzeitige Verschrottung seines mindestens neun Jahre alten Fahrzeuges sichern möchte, muss ein Onlineformular ausfüllen. Gleichzeitig sieht der neue Antragsweg vor, dass der Kaufvertrag gescannt und als pdf-Datei beigefügt wird. Ein Problem für jeden Haushalt, der keinen Internetanschluss und keinen Scanner hat. Helfen sollen in dem Fall die Händler. Die Nachweise über die Verschrottung und den Neukauf werden später von der Behörde angefordert, sobald der Reservierungsbescheid ergangen ist. Einen Nachteil hat das „modernere“ System: Es verursacht zusätzliche Verwaltungskosten, die auf rund 12,5 Millionen Euro geschätzt werden.

Die Aufstockung der Abwrackprämie wird ganz unterschiedlich bewertet. Ferdinand Dudenhöffer, seines Zeichens Autoexperte, sieht in der Aktion nicht mehr als ein Strohfeuer und prophezeit einen deutlichen Einbruch für die Zeit nach den Prämienzahlungen. Der ADAC blickt nicht ganz so weit in die Zukunft. Er befürwortet die Entscheidung, weil sie den Autokäufern Sicherheit gebe, die 2.500 Euro auch zu erhalten. Freude wird auch auf Seite der Händler herrschen. Denn nach den Zahlen des Autohändlerverbandes ZDK dauert es nicht mehr lange, bis der alte Topf leer ist. Eine ZDK-Umfrage bei den Herstellern ergab, dass rund 570.000 Kaufverträge nur aufgrund der Umweltprämie zustande gekommen sind.

Related Articles:

Trackbacks

  1. [...] Merkel (CDU) und Frank-Walter Steinmeier (SPD) haben veranlasst, dass das Budget für die Abwrackprämie aufgestockt wird. Das Budget ist noch zu definieren und soll so dimensioniert werden, dass die Abwrack- oder [...]

  2. [...] Wrack als ein Vorzeigemodell. Damit der Lack der Autoindustrie noch lange glänzt, soll weiter kräftig geschmiert und poliert werden. Den Bundestagswahlen sei [...]

Speak Your Mind

*