Umweltprämie, Rabatte, Pleiten und Millionen-Bezüge

Deutschland Premium-Autobauer kommen nicht aus den Startlöchern: Die Umweltprämie und Rabatte bis 48,5 Prozent sorgen zwar für einen Rekordverkauf, der 21,5 Prozent über dem Vorjahres-Februar liegt. Davon profitieren allerdings in erster Linie Klein- und Kompaktwagen. In der Oberklasse geht immer weniger. Während bei Mercedes in Berlin Kurzarbeit gefahren wird, kassierte Daimler-Chef Zetsche 4,8 Millionen Euro plus 213.000 Euro weitere steuerpflichtige Vorteile.

Man muss aber Mitleid mit Herrn Zetsche haben: Schließlich hatte er 2007 noch 9,8 Millionen Euro verdient. Also wird er jetzt doch ein bisschen abgestraft. Natürlich nicht für Versäumnisse bei der Modellpolitik, sondern weil die bösen Kunden in Deutschland und nun auch in aller Welt gerade keine Lust mehr haben – auf die Straßenkreuzer mit dem Stern. Wenn er wenigstens einen Plan hätte und nicht nur Kurzarbeit, Produktionsstopps und Stellenabbau präsentieren würde, könnte man die 4,8 Millionen Euro ja vielleicht als Zukunftsinvestition sehen. Aber so? Was mag ein Mercedes-Kurzarbeiter darüber wohl denken?

Aber es kann ja noch schlimmer kommen: Schon 20 deutsche Autozulieferer haben in den letzten drei Monaten aufgegeben, weil der Umsatz der Zulieferer um bis zu 40 Prozent eingebrochen ist. Wie viele Stellen davon betroffen sind, wird nicht genannt. Was sind diese 20 Unternehmen gegen die 200.000 Stellen, die von einer möglichen Pleite der Tränen-Königin Schaeffler betroffen wären, deren Continental-Übernahme gerade per Gerichtsbeschluss gestoppt wurde?

Im Verkauf siehts derzeit – trotz Zulassungsplus – auch nicht rosig aus: Die Neuwagenverkäufe wurden mit großen Rabatten teuer bezahlt. Bis zu 48,5 Prozent sind derzeit möglich. Und das sogar bei Kleinwagen. Einen neuen Fiat Panda gibt es jetzt schon für 4700 Euro. Dazu kommt, dass die Zahl der Händlerzulassungen auch wieder immens steigt. Denn Rabatte und Umwandlung von Neu- und Gebrauchtwagen drückt natürlich auch auf die Wiederverkaufswerte. So erwarten manche Experten, dass sich die Situation noch verschlimmert, wenn die Abwrackprämie aufgebraucht ist.

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