Auch Kultmarken wie Harley Davidson bleiben von der Finanzkrise nicht unverschont. Der Gewinn sackte im vergangenen Jahr um 30 Prozent auf 655 Millionen Dollar ein. Der Umsatz ging um 6,8 Prozent zurück. Wie schwer es den Hersteller getroffen hat, zeigt das vierte Quartal 2008 mit einem Nettogewinn-Minus von 58 Prozent am besten. Die Motorräder aus der Traditionsschmiede haben zwar einen hervorragenden Ruf und viele Freunde – dafür aber auch einen ganz ordentlichen Preis. Und den sind potentielle Kunden derzeit anscheinend nicht bereit zu zahlen. Die Hoffnungen, die auf dem Absatzmarkt Europa ruhten, zerschlugen sich. Auch hier halten sich die Motorradfans momentan lieber zurück statt in eine neue Maschine zu investieren. Das führte unter dem Strich zu 13,1 Prozent weniger verkauften Einheiten. Jetzt ist Sparen angesagt. Das bekommen vor allem die Mitarbeiter zu spüren. 1.100 von ihnen stehen demnächst auf der Straße.
Daran ändert auch das finanzielle Engagement von Milliardär Warren Buffett nichts. Er greift Harley Davidson über seine Holdinggesellschaft „Berkshire Hathaway“ unter die Arme. Sie übernimmt 300 Millionen Dollar Schulden des Motorradherstellers. Dafür bekommt Buffett ungesicherte Schuldverschreibungen, die eine jährliche Verzinsung von 15 Prozent vorsehen. Kein schlechtes Geschäft für den 78-jährigen, der in Finanzkreisen nur „Orakel von Omaha“ genannt wird. Diesen Titel hat der Investor seinem guten Näschen für Geschäfte zu verdanken. Bislang hat es ihn nur sehr selten getäuscht. Darauf verlassen sich offensichtlich auch die Anleger. Sie trieben die Aktie von Harley Davidson um bis zu 23 Prozent nach oben.
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