Jetzt also doch: Im Rahmen des Konjunkturpaketes, auf das sich die Spitzen der großen Koalition am Montagabend geeinigt haben, soll es auch eine Abwrackprämie für ältere Fahrzeuge geben. Das Thema wurde schon längere Zeit diskutiert. Bislang ergebnislos, weil immer wieder Zweifel über den Sinn und Zweck einer solchen Verschrottungsprämie aufkeimten. Gefordert wurde sie vor allem von der Autoindustrie. Opel-Betriebsratschef Klaus Franz beispielsweise erhofft sich von der Prämie, dass „die Autokonjunktur wieder anspringt“. Ob der Funke wirklich überspringt, muss sich zeigen. Vorgesehen sind 2.500 Euro, wenn ein mindestens neun Jahre altes Fahrzeug abgemeldet und ein Neu- oder Jahreswagen gekauft wird.
In ersten Kommentaren zum Konjunkturpaket wird die Abwrackprämie durchaus als Motor gesehen, mit dem die Konjunktur wieder auf Trab gebracht werden kann. Die Hoffnungen ruhen vor allem darauf, dass die Binnenwirtschaft gestützt wird. Ob der Export von den Maßnahmen profitieren kann, wird hingegen eher als fragwürdig bezeichnet.
Welche Kosten dem Staat durch die Prämie entstehen könnten, wurde bereits grob kalkuliert. Die IG Metall hat auf Basis einer Abwrackprämie in Höhe von 3.000 Euro gerechnet und kommt auf eine Milliarde Euro. Dafür müssten eine Million Fahrzeuge stillgelegt und 750.000 neue gekauft werden. Die Mehrwertsteuer brächte bei einem Kaufpreis von durchschnittlich 18.000 Euro rund zwei Milliarden Euro. Dabei vergisst die IG Metall nicht, auch auf den Umweltaspekt hinzuweisen.
Für Greenpeace ist das nur Augenwischerei. Auf der Seite der Umweltschützer heißt es: „Die geplante Abwrackprämie für Autos ist nicht nur ökologisch sondern auch ökonomisch unsinnig.“ Greenpeace sieht darin nur „blinden Aktionismus“. Kritisiert wird in erster Linie, dass auch der Kauf von Spritschluckern subventioniert werde, statt darauf zu achten, dass nur sparsame und leichte Fahrzeuge gefördert werden. In punkto Umweltfreundlichkeit sehen die Aktivisten die deutschen Automodelle ohnehin als Verlierer. Sie seien die klimaschädlichsten Autos Europas. Ob sich die Deutschen überhaupt für ein Fabrikat aus heimischer Produktion entschieden, sei nicht vorhersehbar. Deshalb mache die Prämie auch ökonomisch keinen Sinn.
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