Gerichtlich gestoppt: Mietwagenpreisliste der Versicherer

Sie stehen lange schon im Zwielicht – die Abrechnungs-Modalitäten der Versicherer bei den Mietwagenpreisen. Jetzt hat der Bundesverband der Autovermieter Deutschlands (BAV) dies erneut ‘aufs Tapet’ gebracht, denn die Fraunhofer-Mietwagenpreise, die statt des Schwacke-Spiegels eingesetzt werden, fallen inzwischen auch bei Gericht immer öfters durch. Eine Liste mit knapp 100 Urteilen, allesamt zu Ungunsten der Autoversicherer, mache dies deutlich.

Bei der Schadensregulierung versuchen die Haftpflichtversicherer seit Jahren, einzelne Positionen zum Schaden-Ersatzanspruch mithilfe großer und einflussreicher Rechtsanwalts-Sozietäten strategisch neu zu organisieren.
Für den BVA gilt: bester Geschädigte sei derjenige, der weder Mietwagen, noch Nutzungsausfall, weder Anwalt noch Sachverständigen kenne und sich vom Versicherer nachteilig behandeln ließe. Wer aber anderes fordere, bei dem werde “an der Regulierung gehämmert, gemeißelt und gesägt”.

Nach Kenntnis des BAV werde seit wenigstens 12 Monaten der Schwacke-Auto-Mietpreis-Spiegel nicht mehr akzeptiert. Ansprüche auf dieser Basis würden meist um bis zu 70 Prozent gekürzt. Eine Methode, bei der HUK und HDI mit dabei zu sein. Kein Gutachter gilt als zu teuer und kein Institut zu weit entfernt, um hierbei nicht doch unterstützend zu wirken.
Auch eine neue Liste zur Mietwagen-Abrechnung des Fraunhofer-IAO aus 2007 diene als Darstellung nur dazu, die üblichen Mietwagentarife zu halbieren.
Reguliert werde vielfach nur noch nahe am Nutzungsausfall, das heißt für Kleinwagen bei 30 Euro am Tag und für eine Mittelklasse bei 50 Euro. Mit allen weiteren Ansprüchen oder Ablehnungen würde man die Gerichte beschäftigen.
So wurde in relativ kurzer Zeit in fast einhundert Urteilen die angewandte Fraunhofer-Liste nicht akzeptiert. Die Urteilsliste kann unter http://www.bav.de (Service+Infos) abgerufen werden.

Wo, bitte, geht’s zur Vernunft…?

Sind auch die Argumente meist überzeugend – beispielsweise ‘beauftragt von der Versicherungswirtschaft’, ‘Postleitzahlen-Vergröberung’, ‘bildet nicht die Region des Unfalls ab’, ‘überwiegend nur sechs Internet-Anbieter befragt’ - so hofft der BAV, dass in Bälde wieder die Vernunft einkehre. Befürchtet wird aber, dass es sich nur um ein Strategie-Geplänkel handle, denn Stunden-Verrechnungssätze, Lackierarbeiten oder Ersatzteilpreise ließen sich von vielen Seiten in variablen und damit beliebig gestaltbaren Listen abbilden.

Comments

  1. Daniel says:

    Danke für URL-Tipp. Die Seite bietet echt einiges und hat mir sehr bei meinem Problem geholfen.

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