Absatzzahlen der Autobranche färben sich mehr und mehr dunkelrot

Die Zahlen sprechen Bände und lassen keinen Zweifel daran, wie tief die Finanzkrise die Autobauer in die roten Zahlen zieht: Jeweils 30 Prozent weniger Absatz bei General Motors und Ford im Dezember vorigen Jahres. Auch Toyota, das sich relativ lange gegen den Sog stemmen konnte, muss ein Minus von 37 Prozent auf dem US-amerikanischen Markt verkünden. Dass sich die deutschen Hersteller auf dem größten Automarkt der Welt, den USA, ein wenig besser geschlagen haben, heißt nicht, dass sie mehr verkauft haben. Bei ihnen fällt der Rückgang der Verkaufszahlen nur nicht ganz so deutlich aus.

Daimler profitierte vom Smart, der sich in den Vereinigten Staaten als kleine Wunderwaffe entpuppt hat. Der Absatz sackte nur um 1,5 Prozent ein. Bei Mercedes-Benz beläuft sich das Minus in 2008 auf 11,2 Prozent, wobei der Dezember mit einem Rückgang um 32 Prozent die Bilanz ganz klar verhagelt hat. Volkswagen setzt auf fünf neue Modelle, die den Abschwung ein wenig bremsen sollen. Mit 14,4 Prozent fiel der Rückgang im vergangenen Monat recht moderat aus. Mark Barnes, VW-Vertriebschef in den USA, erklärte: „VW of America hat einen Plan für eine erfolgreiche Zukunft hier in den USA.“ Porsche möchte seiner Linie in den Staaten treu bleiben. Am Preis werde nicht gerüttelt, dann lieber schlechtere Verkaufszahlen, so Wendelin Wiedeking. Die hat er bekommen, mit einem Minus von 25,2 Prozent. Audi setzte im vorigen Jahr 6,1 Prozent weniger Fahrzeuge ab.

In Deutschland legen die Hersteller im Kampf um Kunden völlig unterschiedliche Hebel um. Opel machte Anfang des Jahres die Modelle Corsa, Astra, Meriva und Zafira um acht Prozent günstiger. Bei Daimler, VW und BMW zog man die Preisschraube hingegen an. Das ändert jedoch wenig daran, dass die meisten Händler ohne dicke Rabatte keine Autos mehr an den Mann oder die Frau bringen könnten. Ganz clevere Verkäufer setzen auf Tageszulassungen, damit sie neue Fahrzeuge als gute Gebrauchte auf den Hof stellen und verkaufen können. Auf die Unterstützung durch den Staat wie in Frankreich, wo es für über zehn Jahre alte Autos eine Abwrackprämie von 1.000 Euro gibt, wenn man sich einen umweltfreundlichen Neuwagen zulegt, können die Händler in der Bundesrepublik derzeit nicht rechnen. Die Prämie wurde diskutiert, setzte sich aber nicht durch. In Frankreich hat sie durchaus Erfolge gezeigt und hielt sich der Verkaufsrückgang im Dezember mit 15,8 Prozent in Grenzen.

In Asien, bislang wenig beachtet, wenn es um die Finanzkrise und ihre Auswirkungen geht, macht sich jetzt ebenfalls das große Zittern breit. Die Absatzzahlen sind die schlechtesten seit 34 Jahren. Das macht sich auch bei Toyota bemerkbar. Der japanische Autobauer wird nach Angaben der Agentur Reuters im Februar und März für elf Tage die Werkstore schließen. Den Produktionsplan für das laufende Geschäftsjahr, das im März endet, kürzte das Unternehmen um 950.000 Einheiten. Neue Werke, unter anderem in Russland, werden damit vorerst zur Zukunftsmusik.

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