„Pass’ auf, dass die Mama die Autoschlüssel nicht in die Finger kriegt“, könnte es ab dem kommenden Jahr in den USA heißen, wenn der Spross mit einem neuen Modell aus dem Hause Ford unterwegs ist. Keine Angst, es geht nicht darum, Frauen die Fähigkeit abzusprechen, ein Automobil zu lenken. Ford wird 2009 mit MyKey an den Start gehen, einem Assistenzsystem, das sich ganz einfach über den Schlüssel programmieren lässt und beispielsweise dafür sorgt, dass der Lieblingssong nicht mehr in voller Lautstärke gehört werden kann, sondern nur noch moderat auf Stufe 2. Für Eltern die beste Möglichkeit, den unbegrenzten Fahrspaß in feste Bahnen zu lenken, angefangen beim Tempo bis hin zum Tankstopp.
Statt Mutter oder Vater neben sich sitzen zu haben, übernimmt die Elektronik, über die Daten im Schlüssel, die Funktion des mahnenden Zeigefingers. Nur, dass die Technik sich nicht vom Dackelblick, einem kecken Augenaufschlag oder langen Diskussionen beeindrucken lässt. Fahranfänger, die cool wirken wollen und sich nicht anschnallen, können das Radio erst einschalten, wenn der Gurt sitzt. Und wer davon ausgeht, auf einer der Interstate-Autobahnen, den Rausch der Geschwindigkeit zu genießen, wird schlichtweg ausgebremst. Das System bietet Eltern eine Reihe von Optionen und scheint in den USA anzukommen. 50 Prozent sagen, mit MyKey würden sie die Kinder auch das Familienauto fahren lassen – zumindest öfter als bisher.
Assistenzsysteme haben durchaus einen praktischen Nutzen und werden von den Fahrern zum Teil auch begrüßt. Laut einer Umfrage vom TÜV Süd bei 1844 Kunden gehen 96 Prozent davon aus, dass die Systeme für mehr Sicherheit sorgen können. 48 Prozent befürchten allerdings, abgelenkt zu werden. Das kann schnell passieren, wenn die Hinweise aus den Tiefen der Fahrzeugelektronik zu penetrant werden. Das City Safety System beispielsweise, das im Volvo XC60 serienmäßig verbaut ist, lässt bei einer Geschwindigkeit von mehr als 30 Kilometern die Stunde, ein Lichtband rot aufleuchten, sollte man zu nah auffahren. Ist man viel in der Stadt unterwegs, wo es eng auf eng geht, verkommt das System im wahrsten Sinne des Wortes zum Dauerbrenner und wird das Rotlicht von vielen einfach abgeschaltet.


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