Mo, 6th Oktober, 2008 - Posted by
Dass sich die amerikanischen Autohersteller dank falscher Planung und Modellpaletten, die heute niemanden mehr interessieren, ihr eigenes Grab geschaufelt haben, ist hinlänglich bekannt. Rettung verspricht ein Kreditprogramm des Staates. Die USA stellen 25 Milliarden Dollar (18 Milliarden Euro) für die Entwicklung umweltfreundlicher Fahrzeuge zur Verfügung. Der US-Kongress hat die Gelder freigegeben. Wann sie fließen, steht in den Sternen. Es kann bis zu 18 Monate dauern, ehe auch nur ein Cent zur Verfügung steht. Die Hersteller aus Europa sehen sich durch diesen Schritt ganz klar im Nachteil. Sie fordern ihrerseits nun 40 Milliarden Euro von der EU.
Die Idee stammt von Fiat-Chef Sergio Marchionne und wurde vorige Woche im Rahmen der Beratungen des europäischen Branchenverbandes ACEA besprochen. Feste Vereinbarungen oder gar einen Termin, zu wann man sich an die EU-Kommission wenden wird, gibt es laut ACEA-Generalsekretär Ivan Hodac noch nicht. Ziel ist es, gleiche Bedingungen zu schaffen. „Wir sind derzeit in die Knie gezwungen, also wenn sie wollen, dass wir Milliarden investieren, muss die Kommission uns helfen“, erklärte Sergio Machionne und betonte, alle Hersteller stünden hinter dem Vorstoß. Angst hat die Branche in erster Linie davor, auf dem US-amerikanischen Markt nicht länger bestehen zu können, wenn die Konkurrenz mit staatlicher Hilfe neue, umweltfreundliche Modelle platziert.
Sonderlich positiv sind die Aussichten der Autobauer ohnehin nicht. Finanzkrise und schlechte Absatzzahlen machen ihnen zu schaffen. Freude kommt da beim Autosalon in Paris nicht auf. Mit dem A1 von Audi, dem Volt von General Motors und einem Diesel-Hybrid von Peugeot gibt es zwar einige Lichtblicke in Sachen „grünes Automobil“. Im Fokus steht jedoch die Geschäftslage. Ford-Chef Alan Mulally geht davon aus, dass es bis 2010 keine Erholung der Märkte gebe und es 2009 nicht besser als 2008 werde. Auch Detlelf Wittg, Vertriebschef von Volkswagen, sieht eine zwei bis drei Jahre andauernde Talsohle. Bei BMW ist man etwas optimistischer und hofft schon für 2009 auf eine leichte Besserung.
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