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Auto-Cockpit der Zukunft

Mo, 6th Oktober, 2008 - Posted by Wolfgang -

Langsamer Abschied vom klassischen Tacho

Für 80 Euro gibt es den Drehzahlmesser in den neuen Renault Twingo aus der Serie Night and Day! - Klar: zu Tacho und Tankuhr passt schließlich auch ein Drehzahlmesser. Doch von solch klassischen ‘Rund-Instrumenten im Auto-Cockpit’ werden sich Kraftfahrer womöglich verabschieden müssen.

Mit Designstudien auf dem Pariser Automobilsalon (4. bis 19. Oktober) präsentieren die Hersteller eine neue Sicht der Dinge: Flachbildschirme, Hologramme, Video-Projektionen und dreidimensionale Multi-Media-Installationen sollen in naher Zukunft Zeiger und Skalenringe ersetzen.

Relativ seriennah und recht realistisch sind Fahrzeugstudien für den Audi A1 Sportback oder den Lamborghini Estoque: am Lenkrad gilt der Wille zum Experiment durch das Design und die Designer. Im Cockpit des künftigen Audi-Kleinwagens markiert ein frei konfigurierbarer Monitor mit aufgesetzten Glas-Applikationen ‘neue Tiefe’. Display-Varianten neben dem virtuellen Rundinstrument eines analog wirkenden Tachos machen auf Wunsch zusätzliche Infos möglich. Über Funktionstasten auf dem Lenkrad werden gewählt: Videos aus dem Infotainment-Programm mit Abbiegehinweis des Navigationssystems oder der Statusreport des Hybridantriebs.

Ähnliches bietet Lamborghinis Designteam mit der Studie einer künftigen Supersport-Limousine, die statt klassischer Analoguhren Monitore im Cockpit trägt. Im Modell Reventón bewiesen die Italiener, dass diese Technik für die Serienfertigung taugt - wenn auch nur in einer Auflage von 20 Fahrzeugen.

Im Nissan Nuvu blickt man in einen Monitor mit Tiefenwirkung - so wie bei manchen Spielekonsolen. Und im Mazda Kiyora soll das Armaturenbrett, abgedeckt mit dunklem Glas, sich wie eine Schaltstelle um den Fahrer schmiegen. Gestaltet und inspiriert wurde nach iPod-Touch; einzelne Anzeigen - wie Navigationshinweise oder auch Kurznachrichten vom Handy - werden vom Bediener mit Finger-Tipp an den gewünschten Platz gerückt werden.

Neu und somit weg von Konventionellem sind die Instrumente der Oberklasse-Studie Renault Ondelios. In transparenten Kunststoffscheiben schimmern die Zahlen wie Hologramme. Beim Saab 9-X Aero wiederum wirken die Anzeigen auf einem Flachbildschirm so wie grün eingefärbte Eiswürfel.

Globus am Armaturenbrett

Ganz vorne schließlich die Crossover-Studie des Mini. Anstelle eines Tachos trägt der Entwurf für den ersten Geländewagen der Briten, der Mini Center Globe, in der Mitte des Armaturenbretts eine Glaskugel, in die zahlreiche Daten projiziert werden können. Die Oberfläche eines gebogenen Touchscreen schimmert wie die Landkarte eines Globus, Tacho und Bordcomputer leuchten von innen durch. Die beiden Hemisphären der Welt-Kugel sind optisch getrennt, was dem Beifahrer ein Video-Ablauf möglich macht, ohne dass er den Fahrer stört.

Für Beobachter eine Spielerei, doch nehmen Designer alle Entwürfe ernst. In der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine werde das Tor zu einer neuen Dimension aufgestoßen. Bedienelement bieten also eine Fülle von neuen Möglichkeiten, mit denen der Einstieg in die dreidimensionale Schichtung von Informationen für Fahrer und Beifahrer gesehen werden.

Noch wissen allerdings die Designer auch, dass Gäste der Automobilmesse in Paris und wohl auch die meisten Autofahrer mit den Ideen noch als überfordert gelten. Gewohnte Blicke aufs Armaturenbrett sind also noch längst nicht von Verzicht geprägt. Und so hat auch Lamborghini im TFT-Monitor der Limousinen-Studie Estoque neben reizvollen Grafikvarianten - elektronisch animiert und mit Effekten verziert - nach wie vor das typische Rund-Instrument.

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Comments

Kommentar von Mustermann Oktober 6, 2008

…wie wär’s, wenn mindestens auch der Tempomat mit angezeigt oder eben ausgelöst würde??

Wichtiger als Schnuck-Schnack im Cockpit
ist doch sicher -
und eben nicht nur beim Lamborghini
- den sich die kleinen Leute eh nicht kaufen (können) -,

dass der Co2 Ausstoß runter kommt und der Sprit-Verbrauch zum Geldbeutel passt. Alles andere kann technisch und digital nur billiger werden.
Kommt Zeit, kommt sinkender Preis.

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