Parfümierte Autos sollen die Sinne anregen

Nagelneue Autos haben einen unverwechselbaren Duft an sich. Lange hält er leider nicht. Kinder verschütten Getränke, Zigarettenrauch geht in die Polster und der „begossene Pudel“ sorgt auch nicht gerade für Wohlgerüche. Damit die Nase auf Dauer Spaß am Auto hat und die Kunden gleich beim Kauf auf Urlaub oder Luxus eingestimmt werden, arbeiten viele Autohersteller inzwischen am parfümierten Pkw. Ziel der Zusammenarbeit mit Duftexperten ist das Wellness-Erlebnis, das gleich mit verkauft wird und dem Kunden die Entscheidung für ein bestimmtes Modell leichter machen soll. Hört sich ungewöhnlich an, doch die Marketing-Abteilungen schwören auf diese Idee.

Wonach das Auto riechen soll, richtet sich in erster Linie nach den potentiellen Käufern und dem Fahrzeugtyp: Ein Parfüm Marke Grandhotel-Lobby für die Oberklassen-Limousine und der Hauch von Sommerwiese für den Cabrio-Fahrer sind nur zwei Möglichkeiten, an denen gearbeitet wird. Dass der Geruchssinn eine große Rolle spielt, wissen die Hersteller schon seit Jahren. Bei Audi schnüffeln Spezialisten an allen Teilen, damit sie später nicht unangenehm ausdünsten. Jetzt wird der Mief des Klebstoffes durch wohlriechende Essenzen ersetzt. Fiat, Peugeot und Citroën beispielsweise bieten Duftspender für die Lüftung.

Ganz so einfach wird es aber nicht, jeden von den Duftorgien zu überzeugen. Schließlich hat jeder Fahrgast andere olfaktorische Vorlieben. Der eine mag Rose, der andere Vanille und der dritte setzt auf schwere Moschusdüfte. Riecht dann alles zu synthetisch, schrecke es eher ab, weiß Frank Leopold, Leiter der Vorausentwicklung bei Opel. Er setzt auf eine Duftkomposition, die gezielt eingesetzt werden kann, um Kinder zu beruhigen, den Fahrer wach zu halten oder eine frische Brise zu verbreiten. Ausgelöst werden die einzelnen Gerüche über eine „Duftorgel“ am Armaturenbrett. Da man von der Serienreife noch weit entfernt ist, gibt es die Modelle von Opel weiterhin duftneutral.

Auch Mercedes will der Nase zukünftig mehr Beachtung schenken und alle Sinne ansprechen. Dabei gehe es, so Goetz Renner, allerdings eher um eine bessere Luftqualität, die unter anderem durch Beduftung erreicht werden könne. Ähnliche Ziele verfolgt Mazda. Das Designerteam hat bereits eine Kleinwagenstudie mit Lufterfrischer präsentiert. Aktivkohlefilter sorgen dafür, dass die Stadtluft sauber ins Wageninnere gelangt. Wem diese Entwicklung nicht schnell genug ist, der kann immer noch auf Duftbäumchen setzen. Vanille ist am beliebtesten, gefolgt von Sportfrische.

Speak Your Mind

*