Farbige Markierungen sollen Parkverbotsschilder ersetzen

Die Ausrede, die Politessen und Ordnungsamtsmitarbeiter am häufigsten von Parksündern zu hören bekommen, „ich habe das Schild nicht gesehen“, könnte bald der Vergangenheit angehören. Aus Hamburg kommt die Anregung, den Schilderwald radikal zu roden und auf Parkverbotsschilder zu verzichten, indem man sie durch farbige Markierungen am Fahrbahnrand ersetzt. Vorbilder wären zum Beispiel die USA, Großbritannien und Frankreich. An sich eine gute Idee, es sei denn, der Falschparker kann sich mit Farbblindheit herausreden oder – und das befürchten einige Experten – Laub und Schnee verdecken die Streifen. Dann dürfte das Knöllchen für noch hitzigere Diskussionen sorgen.

Doch diese Probleme stehen derzeit noch hinten an. Im Moment geht es vielmehr um die Farbe, mit der mögliche Parkverbotszonen markiert werden könnten. Hamburg spricht sich für Gelb aus, wie es in England verwendet wird und dort als doppelte Linie das Parken verbietet. Gelb ist allerdings auch die Farbe, die andernorts für Baustellen reserviert ist. Deshalb rät Baden-Württemberg zu Weiß, Berlin regt an, es mit Blau zu versuchen, und aus Schleswig-Holstein und der Bundesbehörde verlautet ein klares Votum für Rot. Kommende Woche wird dieses Thema erneut beraten. Vielleicht einigt man sich dann auf einen Farbton, der es als Parkverbotshinweis in die Straßenverkehrsordnung schafft.

Davor steht jedoch noch eine Hürde. Deutschland ist an das Wiener Übereinkommen über Straßenverkehrszeichen gebunden. Der Vertrag, den die Bundesrepublik, die ehemalige DDR, die Schweiz und Österreich unterzeichneten, sieht einheitliche Schilder vor und verbietet rote Streifen. Da spricht der Vermerk des Bundesverkehrsministeriums Bände, der Ersatz von Verkehrszeichen durch Straßenmarkierungen werfe eine Vielzahl von Fragen auf. Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) gibt vor allem zu bedenken, dass es hierzulande durchaus noch schneien kann: „Was in Florida gut zu sehen ist, wäre bei uns unter der Schneedecke verborgen.“ Die Autofahrer wird es freuen.

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